Wer schweißt, verbindet Metall – unter Hitze, mit Präzision, oft unter anspruchsvollen Bedingungen. Was viele überrascht: Schweißer ist in Deutschland kein eigenständiger Ausbildungsberuf. Der Einstieg läuft über DVS-Lehrgänge und Schweißerprüfungen nach ISO-Norm. Wer das weiß, versteht auch, warum erfahrene Schweißer mit den richtigen Zertifikaten in der Metall- und Chemieindustrie so gefragt sind.
Was ein Schweißer heute macht
Schweißen heißt Metall dauerhaft verbinden – durch Schmelzen, Druck oder beides zusammen. Die Einsatzgebiete sind breit: Stahlbau, Maschinenbau, Rohrleitungsbau, Schiffbau, Fahrzeugbau, Chemie- und Energieanlagen.
Was sich je nach Betrieb und Einsatzort stark unterscheidet, ist das Schweißverfahren. Die vier wichtigsten:
MAG-Schweißen (Metall-Aktivgasschweißen, Verfahren 135) ist das verbreitetste Verfahren – schnell, wirtschaftlich, für un- und niedriglegierten Stahl. Wer in der Serienproduktion oder im Stahlbau arbeitet, schweißt meist MAG.
MIG-Schweißen (Metall-Inertgasschweißen, 131) funktioniert ähnlich, aber mit inertem Schutzgas – hauptsächlich für Aluminium und Edelstahl eingesetzt.
WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen, 141) ist das präziseste Handschweißverfahren. Dünne Bleche, Rohrleitungen, Sonderwerkstoffe – WIG ist dort gefragt, wo Nahtqualität und Optik besonders zählen. Entsprechend höher liegt der Lohn.
E-Hand-Schweißen (Lichtbogenhandschweißen, 111) braucht wenig Ausrüstung und ist auch unter schwierigen Bedingungen einsetzbar – Montage, Außenbaustellen, Reparaturen.
Qualifikation statt Ausbildung: Wie man Schweißer wird
Der Unterschied zu klassischen Handwerksberufen ist entscheidend: Es gibt keine dreijährige duale Ausbildung zum Schweißer. Wer diesen Beruf ergreifen will, hat mehrere Wege:
DVS-Lehrgänge sind der direkteste Weg. Der Deutsche Verband für Schweißtechnik (DVS) bietet Lehrgänge für alle gängigen Verfahren an – Dauer je nach Verfahren und Vorkenntnissen 3 bis 6 Monate. Am Ende steht die praktische Schweißerprüfung. Die Qualifikation ist international anerkannt.
Schweißerprüfung nach ISO 9606-1 ist die technische Norm für Stahlwerkstoffe. Eine bestandene Prüfung ist 2 Jahre gültig, sofern man kontinuierlich im geprüften Verfahren tätig ist. Alle 6 Monate braucht es eine betriebliche Bestätigung, nach 3 Jahren ist die Wiederholungsprüfung Pflicht.
Ausbildungsberufe mit Schweißanteil: Wer eine klassische Ausbildung bevorzugt, wählt z. B. Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker SHK oder Metallbauer. Schweißen ist dort fester Ausbildungsinhalt.
Alle Details zur Qualifikation – Lehrgangsdauer, DVS-Stufen, Kosten – beschreibt der Artikel Schweißer-Ausbildung und Qualifikation.







