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Auszubildende Raumausstatterin polstert Stuhl in Werkstatt, Werkzeuge und Schaumstoffe im Hintergrund
handwerksberufe2026-06-12

Raumausstatter-Ausbildung 2026: Dauer, Schwerpunkte & Vergütung

3.600 Suchanfragen monatlich zeigen: Die Ausbildung zum Raumausstatter interessiert viele. Hier gibt es alle Fakten – Dauer, fünf Schwerpunkte, Azubi-Vergütung 2026 und Übernahmechancen.

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Wie lange dauert die Ausbildung zum Raumausstatter?

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Vor Beginn des zweiten Lehrjahrs wählen Azubis einen von fünf Schwerpunkten: Boden, Polstern, Raumdekoration, Licht-/Sicht-/Sonnenschutz oder Wand- und Deckendekoration.

Wer handwerklich arbeiten und gleichzeitig Räume gestalten will, findet in der Raumausstatter-Ausbildung einen ungewöhnlich kreativen Einstieg ins Handwerk. Die Ausbildung ist kürzer als beim Elektriker, die Spezialisierungsentscheidung kommt früher – und der Berufsalltag unterscheidet sich je nach Schwerpunkt erheblich.

Der Beruf: Was Raumausstatter gelernt haben

Raumausstatter ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Der Beruf vereint historisch drei Vorgängerberufe: Tapezierer, Polsterer und Dekorateur. Diese Breite erklärt, warum die Ausbildung in fünf Schwerpunkte unterteilt ist – jeder davon entspricht ungefähr einer dieser Traditionslinien.

Das Berufsbild wird durch das BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) geregelt. Die aktuelle Ausbildungsordnung schreibt die fünf Schwerpunkte vor und legt fest, was im gemeinsamen Grundjahr gelehrt wird.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre – deutlich kürzer als beim Elektroniker (3,5 Jahre). Betriebliche Praxis und Berufsschule wechseln sich ab. Die Berufsschule findet ein bis zweimal wöchentlich statt oder blockweise.

1. Lehrjahr: Gemeinsame Grundlagen für alle Raumausstatter-Azubis. Werkzeugkunde, Grundtechniken des Tapezierens und Bodenbelegens, einfache Polsterarbeiten, Material- und Farbenlehre, Arbeitssicherheit. Hier lernen alle das gleiche Fundament.

2. Lehrjahr: Die Schwerpunktentscheidung ist gefallen. Ab jetzt vertiefen Azubis das fachspezifische Wissen. Wer Boden wählt, lernt Verlegetechniken für Teppich, Laminat, PVC und Parkett im Detail. Wer Polstern wählt, arbeitet intensiv mit Schaumstoffen, Federn und Bezugsstoffen.

3. Lehrjahr: Abschlussvorbereitung, Gesellenstück und Abschlussprüfung. Im Schwerpunkt-spezifischen Teil der Prüfung muss ein praktisches Prüfungsstück eigenständig gefertigt werden.

Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist bei guten Leistungen und Abitur oder mittlerer Reife möglich – der Antrag geht über die Handwerkskammer.

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Die fünf Schwerpunkte im Detail

Die Schwerpunktwahl ist die wichtigste Entscheidung der Ausbildung – sie prägt den Berufsalltag für viele Jahre.

Boden: Das mengenmäßig größte Berufsfeld. Verlegen von Teppichen, Teppichfliesen, PVC, Linoleum, Kork, Laminat und Parkett. Arbeit auf Baustellen, in Büros, Privathäusern und öffentlichen Gebäuden. Wer hier stark ist, hat in Deutschland und bei internationalen Ausbaufirmen gute Chancen.

Polstern: Werkstattbasiert und sehr handwerklich. Neue Polstermöbel fertigen, alte restaurieren, Schaumstoffe schneiden, Federn aufbauen, Stoffe zuschneiden und beziehen. Dieser Schwerpunkt ist handwerklich besonders fordernd – und für diejenigen ideal, die gerne in der Werkstatt statt auf Baustellen arbeiten.

Raumdekoration: Gardinen, Vorhänge, textile Raumteiler, Dekorationen für Wohnen und Gewerbe. Hier ist Stilgefühl besonders gefragt. Wer gut mit Kunden umgehen kann und ein Gespür für Trends mitbringt, ist im Premiumsegment gefragt.

Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen: Jalousien, Rollos, Plissees, Markisen – Montage, Anpassung, Beratung, Reparatur. Dieser Schwerpunkt wächst durch den steigenden Bedarf an Verdunklungslösungen und energieeffizienten Sonnenschutzsystemen.

Wand- und Deckendekoration: Das klassische Tapezierhandwerk in seiner modernen Form – Vliestapeten, Strukturputze, Wandbeschichtungen, textile Wandverkleidungen. Qualitätsbewusstsein und Geduld sind hier die wichtigsten Eigenschaften.

Ausbildungsvergütung 2026: Was Azubis verdienen

Die Vergütung in der Raumausstatter-Ausbildung liegt im unteren Handwerksbereich. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Branchentarifvertrag für alle Betriebe. Als gesetzlicher Mindeststandard gilt 2026 die Mindestausbildungsvergütung:

LehrjahrMindestausbildungsvergütung 2026
1. Lehrjahr724 €
2. Lehrjahr854 €
3. Lehrjahr977 €

In der Praxis zahlen gut aufgestellte Betriebe mehr. Portale wie aubi-plus berichten von Durchschnittsvergütungen um 763 € im ersten, 867 € im zweiten und 976 € im dritten Lehrjahr. Betriebe in Bayern oder Baden-Württemberg liegen oft über diesen Werten (azubi.de: Bayern 736 €, Baden-Württemberg 758 € im ersten Lehrjahr); Betriebe in Brandenburg zahlen teils nur knapp über dem Mindeststandard.

Wer bei der Betriebswahl gezielt nach Vergütung fragt und Angebote vergleicht, kann im dritten Lehrjahr schnell 150–200 € monatlich herausholen.

Voraussetzungen: Was man mitbringen sollte

Formal reicht ein Hauptschulabschluss. Wer sich auf Betriebe bewirbt, die Wert auf technische Präzision legen (Bodenlegen mit engen Toleranzen, Sonnenschutzsysteme einstellen), sollte mittlere Reife vorweisen können.

Was wirklich zählt:

  • Kreativität und Sinn für Farben, Stoffe, Raumgestaltung
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt
  • Räumliches Vorstellungsvermögen für Verlegemuster, Polsterformen, Raumproportionen
  • Kundenorientierung – besonders bei Raumdekoration und Sonnenschutz

Viele Betriebe bieten vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum an. Das ist sinnvoll: Wer nach zwei Wochen Schnuppern noch begeistert ist, hat eine gute Basis für die drei Jahre.

Was in der Berufsschule gelehrt wird

Neben der betrieblichen Praxis deckt die Berufsschule Grundlagen ab, die im Betrieb schwerer zu erarbeiten sind: Materialien und ihre Eigenschaften, Farbenlehre und Raumwirkung, Maßzeichnungen lesen und erstellen, Arbeitssicherheit nach DGUV-Vorschriften, Kundenberatung und Kalkulation.

Ab dem zweiten Lehrjahr kommen schwerpunktspezifische Fachinhalte hinzu. Für den Schwerpunkt Boden zum Beispiel: Untergrundprüfung, Verlege- und Klebetechniken, Nahtverarbeitung. Für Polstern: Polstertechnik, historische und moderne Konstruktionen, Stofffachkunde.

Übernahme und was danach kommt

Der Fachkräftemangel im Handwerk macht es Azubis leichter. Wer eine ordentliche Gesellenprüfung ablegt, findet in der Regel schnell Anschluss – ob im Ausbildungsbetrieb oder bei einem anderen Handwerksunternehmen. Der nächste sinnvolle Schritt ist nach einigen Gesellenjahren der Meisterkurs: Er eröffnet die Möglichkeit zur Selbstständigkeit und deutlich besseren Verdienstchancen.

Alle Gehaltszahlen nach Erfahrung und Qualifikation stehen im Artikel Raumausstatter-Gehalt. Den Gesamtüberblick bietet der Hub Raumausstatter – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Für alle, die nach Ausbildung und ersten Berufsjahren auch das Privatleben in Ordnung bringen wollen: Handwerksingles.de weiß, dass Azubi-Zeit und Beziehungsaufbau sich nicht ausschließen müssen. Den Überblick gibt der Partnersuche-Guide für Handwerker.

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Das Wichtigste

  • Dreijährige Ausbildung mit echtem Gestaltungsanteil: Wer Boden, Polstern oder Wand und Decke wählt, arbeitet täglich kreativ und handwerklich – kein monotoner Berufsalltag.
  • Azubi-Vergütung am unteren Ende des Handwerks: Mindeststandard 2026 sind 724 € im ersten Lehrjahr – gute Betriebe zahlen mehr, die Suche lohnt sich.
  • Schwerpunkt entscheidet über Alltag und Karriere: Wer von Anfang an weiß, ob er in der Werkstatt (Polstern) oder auf Baustellen und beim Kunden (Boden, Wand) arbeiten möchte, wählt bewusster.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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