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Schornsteinfeger in schwarzer Berufskleidung auf einem Ziegeldach bei der Arbeit am Kaminschacht, blauer Himmel im Hintergrund
handwerksberufe2026-06-12

Schornsteinfeger: Ausbildung, Gehalt & Kehrbezirk

Schornsteinfeger ist mehr als Tradition und Glücksbringer – der Beruf verbindet Brandschutz, Energieberatung und amtliche Pflichtaufgaben. Was der Job heute bedeutet, was man verdient und wie der Weg in den Kehrbezirk aussieht.

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Wie viel verdient ein Schornsteinfeger in Deutschland?

Frisch ausgelernte Gesellen starten laut Bundestarifvertrag (ab Mai 2025) mit rund 3.378 € brutto im Monat. Mit fünf Jahren Berufserfahrung steigt der Tariflohn auf ca. 3.881 €. Als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger mit eigenem Kehrbezirk sind erheblich höhere Einnahmen möglich.

Kein anderer Handwerksberuf ist so eng mit einem gesetzlichen Auftrag verknüpft wie der des Schornsteinfegers. Wer in Deutschland eine Feuerstätte betreibt – Kamin, Ölheizung, Pelletofen, Gasanlage – ist gesetzlich verpflichtet, regelmäßig Kehr- und Messleistungen in Anspruch zu nehmen. Das schafft eine Nachfragegarantie, die in anderen Gewerken schlicht nicht existiert. Hinzu kommen Energieberatung, Emissionskontrollen und die neue Rolle als GEG-Prüfer – der Beruf ist technisch moderner, als das schwarze Erscheinungsbild vermuten lässt.

Was ein Schornsteinfeger heute macht

Der Volksmund nennt ihn Kaminkehrer oder Glücksbringer – der offizielle Ausbildungsberuf heißt seit der Neuordnung Schornsteinfeger/in. Die Aufgaben gliedern sich in hoheitliche und freie Tätigkeiten.

Hoheitliche Tätigkeiten sind gesetzlich festgelegt: Die Feuerstättenschau (zweimal pro Kehrbezirksperiode), die Ausstellung von Feuerstättenbescheiden und die Überwachung der Kehrpflichten nach der Kehrordnung. Diese Aufgaben darf nur der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger (bBSF) ausführen – und für ihn gilt ein Gebührenrahmen nach der Kehr- und Überprüfungsordnung.

Freie Tätigkeiten können alle Schornsteinfegerbetriebe übernehmen: Reinigung von Abgas- und Lüftungsanlagen, Emissionsmessungen nach der 1. BImSchV (gesetzlich vorgeschrieben für Öl- und Gasheizungen, Kamine, Pelletöfen), Überprüfung von Heizungsanlagen nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie unabhängige Energieberatung – etwa zur Effizienz von Wärmeerzeugern oder zur Nachrüstpflicht nach GEG § 71.

Das Ergebnis: Ein Schornsteinfeger ist heute Teil des Energiesystems. Wer beim Kunden steht, schaut nicht nur in den Schlot, sondern bewertet die gesamte Verbrennungsanlage auf Sicherheit, Schadstoffausstoß und Energieeffizienz.

Ausbildung: Drei Jahre, eine Landesfachschule

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre – kürzer als beim Elektriker, strukturell aber vergleichbar: Betriebspraxis und Berufsschule wechseln sich ab. Bundesweit zuständig für Teile der überbetrieblichen Ausbildung ist die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm, die als Landesfachschule Schüler aus ganz Deutschland unterrichtet.

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen im Vordergrund: Baukunde, Werkzeug- und Gerätekunde, Brandschutz, erste Messtechnik. Ab dem zweiten Jahr folgen vertiefte Mess- und Prüfverfahren, Abgastechnik, Energieberatungsgrundlagen und rechtliche Vorschriften nach BImSchV und KÜO.

Alle Details zur Ausbildung – Vergütung, Voraussetzungen, Übernahme – gibt es im Artikel Schornsteinfeger-Ausbildung.

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Gehalt: Tarif, Bezirk und Meisterbonus

Das Gehalt als angestellter Geselle richtet sich nach dem Bundestarifvertrag für das Schornsteinfegerhandwerk 2025–2027. Die drei Tarifgruppen (ab 01.05.2025):

  • Tarifgruppe 1 (Geselle nach Ausbildung): 20,19 €/h → rund 3.378 € brutto/Monat
  • Tarifgruppe 2 (nach fünf Jahren Praxis): 23,20 €/h → rund 3.881 € brutto/Monat
  • Tarifgruppe 3 (mit Weiterbildungsnachweis): 24,19 €/h → rund 4.047 € brutto/Monat

Zusätzlich gilt: Jahressonderzahlung in Höhe von 100 % des Bruttomonatsgehalts – also ein volles 13. Monatsgehalt, das bis zum 1. Dezember ausgezahlt wird.

Zum Meistergehalt und zum Einkommen als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger gibt es alle Zahlen im Artikel Schornsteinfeger-Gehalt.

Karrierewege: Meister und Kehrbezirk

Nach dem Gesellenbrief laufen die Wege auseinander:

Meister: Voraussetzung für die Selbstständigkeit und für die Bewerbung auf einen Kehrbezirk. Die Meisterausbildung dauert je nach Lehrgang 1–2 Jahre; Prüfung vor der Handwerkskammer.

Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger: Das Karriereziel vieler im Beruf. Ein bBSF wird von der zuständigen Landesbehörde für sieben Jahre auf einen Kehrbezirk bestellt – mit dem Recht und der Pflicht, dort die hoheitlichen Aufgaben allein auszuführen. Das gesicherte Einzugsgebiet unterscheidet diesen Karrierepfad fundamental von anderen Handwerksberufen. Voraussetzung: Meisterbrief und mehrere Jahre nachgewiesene Berufspraxis.

Spezialisierung: Energieaudit-Berater, SHK-Schnittstellen (Heizungsmodernisierung), Brandschutzgutachter. Wer Zusatzqualifikationen vorweist, ist besonders in wachsenden Feldern wie GEG-Kontrollen und Wärmepumpen-Prüfung gefragt.

Alltag auf dem Dach und beim Kunden

Ein typischer Tag beginnt früh – häufig bevor die Bewohner aus dem Haus sind. Der Schornsteinfeger fährt seinen Kehrbezirk ab, führt Abgasmessungen durch, reinigt Schächte, dokumentiert Befunde und stellt ggf. Mängel fest, die der Eigentümer beheben muss. Körperlich ist der Job anspruchsvoll: Dächer, enge Schächte, wechselnde Witterung. Die Kehrausrüstung – Besen, Schlauchwerkzeug, Messgeräte – hat sich dabei stark modernisiert.

Die Glücksbringer-Tradition hat übrigens einen realen Hintergrund: Schornsteinfeger erhöhen die Brandsicherheit messbar. Häuser ohne regelmäßige Kontrolle haben ein signifikant höheres Schornsteinbrandrisiko. Der schwarze Kittell ist deshalb nicht nur Folklore – er hat Substanz.

Schornsteinfeger und Partnersuche: Charakter zählt

Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, früher Aufstieg, körperliche Fitness – das sind Eigenschaften, die Schornsteinfeger im Job täglich beweisen. Und die im Privaten genauso zählen.

Handwerksingles.de ist genau für Menschen wie diese gebaut: Singles mit Handwerksmentalität, die wissen, was sie wollen. Den vollständigen Überblick über Partnersuche im Handwerksumfeld gibt der ultimative Partnersuche-Guide für Handwerker.


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Das Wichtigste

  • Tariflohn mit klarem Anstieg: Gesellen starten bei rund 3.378 € brutto laut BTV 2025/2027 – nach fünf Jahren steigt der Tarif auf knapp 3.900 €, dazu kommt eine Jahressonderzahlung in Höhe eines vollen Monatsgehalts.
  • Kehrbezirk als Karriereziel: Wer Meister wird und eine Bezirksstelle erhält, arbeitet als beliehener Unternehmer mit gesichertem Einzugsgebiet – das unterscheidet Schornsteinfeger von fast allen anderen Handwerksberufen.
  • Mehr als Ruß und Leiter: Energieberatung, Emissionsschutz und GEG-Kontrollen machen den Beruf technisch anspruchsvoller – und zukunftssicherer als je zuvor.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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