Wer die Ausbildung zum Schornsteinfeger beginnt, wählt einen der wenigen Berufe, bei dem der Staat die Nachfrage garantiert. Jede Feuerstätte in Deutschland unterliegt gesetzlichen Kehr- und Messpflichten – das bedeutet: volle Auftragsbücher, egal wie die Konjunktur läuft. Die Ausbildung selbst verbindet Handwerk, Messtechnik und Energieberatung zu einem Berufsbild, das technisch anspruchsvoller ist als das schwarze Erscheinungsbild suggeriert.
Ausbildungsdauer und Ablauf
Die duale Ausbildung zum Schornsteinfeger dauert drei Jahre. Betriebliche Praxis und Berufsschule wechseln sich im Block- oder Wochenmodell ab – je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Bundesweit bekannt ist die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm als Landesfachschule für Teile der überbetrieblichen Ausbildung; dort kommen Azubis aus ganz Deutschland zu mehrtägigen Blocklehrgängen zusammen.
Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist bei sehr guten schulischen und betrieblichen Noten möglich – der Antrag läuft über die zuständige Handwerkskammer.
Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer: schriftlicher und praktischer Teil.
Was in der Ausbildung gelehrt wird
Das erste Lehrjahr legt die Grundlagen: Baukunde und Bauphysik, Werkzeug- und Gerätekunde, erste Grundlagen der Brandschutztechnik sowie Einführung in Messprinzipien. Vom zweiten Jahr an wird es spezifischer:
Abgastechnik und Emissionsmessung: Schornsteinfeger führen gesetzlich vorgeschriebene Messungen nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) durch – an Öl- und Gasheizungen, Kaminen, Pelletöfen. Die Messtechnik ist heute digital; moderne Abgasmessgeräte liefern direkt auswertbare Protokolle.
Überprüfungsverfahren nach KÜO: Die Kehr- und Überprüfungsordnung legt fest, welche Anlagen wie oft kontrolliert werden müssen. Azubis lernen die Rechtslage, die Dokumentationspflichten und die Abläufe der Feuerstättenschau.
Energieberatung: Schornsteinfeger sind nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) auch Berater – zur Effizienz von Feuerungsanlagen, zur Abgaswärmenutzung, zu Nachrüstpflichten. Grundlagen der Energieberatung sind fester Bestandteil der Ausbildung.
In der Berufsschule kommen allgemeinbildende Fächer hinzu sowie vertiefte Theorie zu Baustoffen, Heizungssystemen und dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz.







