Wer Fliesenleger werden will, wählt einen Beruf mit Geschichte und Zukunft. Drei Jahre Ausbildung, dann Gesellenbrief und Einstieg in einen Markt, in dem gut ausgebildete Fachkräfte knapp sind. Und seit 2020 ist der Beruf wieder ein Meistergewerk – mit allem, was das langfristig bedeutet.
Was man in der Ausbildung lernt
Die Ausbildung trägt den vollen Namen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in – ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung.
Kernthemen über die drei Lehrjahre:
- Untergrundvorbereitung: Tragfähigkeit prüfen, Ausgleichmassen einsetzen, Abdichtungen nach DIN 18534 auftragen
- Materialkunde: Keramik, Feinsteinzeug, Naturstein, Klinker, Mosaikfliesen – Unterschiede in Bearbeitung und Klebstoffsystemen
- Verlegetechniken: Wand, Boden, Treppe, Sockelbereiche; Großformate ab 60×60 cm
- Schneiden und Anpassen: Nass- und Trockenschneidemaschinen, Fliesenschneider
- Fugen und Verfugen: Fugenbreiten, elastische Fugen, Bewegungsfugen nach DIN 18157
- Aufmaß und Kalkulation: Flächen berechnen, Materialmengen ermitteln, Angebote schreiben
Im letzten Lehrjahr kommen Abdichtungstechnik und Montage schwerer Beläge (Naturstein, Großformat) hinzu.
Dauer und Ablauf der Ausbildung
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Betrieb und Berufsschule wechseln sich regelmäßig ab – in den meisten Bundesländern im Wochenwechsel, teils als Blockunterricht.
Das erste Lehrjahr vermittelt die Grundlagen: Werkzeugkunde, Materialeigenschaften, einfache Verlegearbeiten im Betrieb, Grundlagen der Baukunde in der Berufsschule. Im zweiten Jahr folgen anspruchsvollere Techniken und erste eigenständige Arbeiten auf Baustellen. Das dritte Lehrjahr bereitet auf die Gesellenprüfung vor – Prüfungsstück plus Fachgespräch und schriftliche Prüfung.
Eine Verkürzung ist auf Antrag möglich. Voraussetzung: gute Noten in Betrieb und Berufsschule sowie mittlere Reife oder Abitur. Entscheidung treffen Betrieb und Handwerkskammer gemeinsam.







