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Schornsteinfeger mit Klemmbrett und Messgerät steht neben einer modernen Heizungsanlage in einem Keller, dokumentiert Emissionswerte
handwerksberufe2026-06-12

Schornsteinfeger-Gehalt 2026: Was Gesellen und Meister verdienen

Was verdient ein Schornsteinfeger wirklich? Tariflöhne aus dem Bundestarifvertrag 2025–2027, Meistergehalt, Jahressonderzahlung und was ein eigener Kehrbezirk finanziell bedeutet – alle Fakten für 2026.

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Was verdient ein Schornsteinfeger brutto im Monat?

Laut Bundestarifvertrag 2025–2027 verdienen Gesellen in Tarifgruppe 1 rund 3.378 € brutto monatlich (Stundenlohn 20,19 €). Nach fünf Jahren Praxis steigt der Tarif auf ca. 3.881 € (TG 2). Hinzu kommt eine Jahressonderzahlung von 100 % des Monatsgehalts – also ein volles 13. Gehalt.

Beim Schornsteinfeger-Gehalt lohnt ein genauerer Blick – weil der Beruf mehr enthält als der erste Eindruck vermuten lässt. Neben dem tariflichen Monatslohn gibt es eine Jahressonderzahlung, die in vielen anderen Gewerken fehlt. Und wer den Weg zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger geht, arbeitet mit einem gesicherten Einzugsgebiet, das kaum ein anderes Handwerk kennt. Die konkreten Zahlen kommen aus dem Bundestarifvertrag für das Schornsteinfegerhandwerk 2025–2027 (BTV, gültig ab 01.05.2025).

Tarifgehälter 2026: Drei Stufen, klare Struktur

Der BTV 2025–2027 definiert drei Tarifgruppen auf Basis des Bruttostundenlohns. Die Wochenarbeitszeit beträgt tariflich 38,5 Stunden; der Monatslohn errechnet sich nach der Formel: Stundenlohn × 38,5 ÷ 7 × 365 ÷ 12.

TarifgruppeVoraussetzungStundenlohnMonatslohn (brutto)
TG 1Gesellenprüfung20,19 €ca. 3.378 €
TG 25 Jahre Praxis23,20 €ca. 3.881 €
TG 3Weiterbildungsnachweis24,19 €ca. 4.047 €

In Baden-Württemberg gelten leicht höhere Sätze: TG 2 mit 23,53 €/h (ca. 3.936 €/Monat), TG 3 mit 24,63 €/h (ca. 4.120 €/Monat).

Für TG 3 muss der Arbeitnehmer jährlich mindestens 16 Unterrichtseinheiten Weiterbildung nachweisen. Das ist wenig Aufwand für rund 670 € mehr im Monat gegenüber TG 1.

Die Jahressonderzahlung: Ein volles 13. Gehalt

Was den Schornsteinfeger-Beruf finanziell von vielen anderen Handwerksberufen abhebt: Der BTV schreibt eine Jahressonderzahlung in Höhe von 100 % des Bruttomonatsgehalts vor, fällig bis zum 1. Dezember jedes Jahres. Das ist kein freiwilliger Arbeitgeberzuschuss, sondern tariflicher Anspruch.

Für einen TG-1-Gesellen bedeutet das: rund 3.378 € zusätzlich im Dezember. Jahresbruttogehalt damit knapp 40.500 € – ohne Überstundenzuschläge (25 % Aufschlag), ohne Nachtarbeitszuschläge (50 %).

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Einstiegsgehalt: Markt vs. Tarif

Der Tarifvertrag gilt für Mitglieder des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV). Nicht alle Betriebe sind tarifgebunden. Laut Marktdaten (u. a. brutto-netto-gehaltsrechner.de) liegt das tatsächliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zwischen 2.400 € und 3.300 € brutto – der Tarif ist also der Ankerpunkt, nicht das Minimum auf dem freien Markt. Wer bei der Betriebswahl auf Tarifbindung achtet, sichert sich den gesetzlich festgelegten Einstieg.

Nach mehreren Jahren Praxis ist ein Gehalt von 3.800 bis 4.000 € realistisch – das deckt sich mit den TG-2/3-Tarifsätzen des BTV.

Meistergehalt: Zwischen Anstellung und Selbstständigkeit

Als angestellter Meister oder Betriebsleiter sind Gehälter von 4.000 bis 5.000 € brutto üblich. Die Spanne hängt stark vom Betrieb ab – ein kleiner Familienbetrieb zahlt anders als ein größeres Unternehmen mit mehreren Gesellen.

Der attraktivste Karrierepfad ist der eigene Kehrbezirk als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger (bBSF). Wer von der Landesbehörde auf sieben Jahre für einen Bezirk bestellt wird, führt dort die hoheitlichen Pflichtaufgaben durch – zu bundesweit einheitlichen Gebühren nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Das Einkommen ist damit planbar und von allgemeinen Marktentwicklungen weitgehend entkoppelt. Die tatsächliche Einnahmehöhe hängt von der Größe des Kehrbezirks und des Betriebs ab.

Wie man das Gehalt steigert

Konkrete Hebel für mehr Gehalt als Schornsteinfeger:

Tarifgruppe 3 ansteuern: Wer die 16 Weiterbildungseinheiten pro Jahr nachweist, landet automatisch in TG 3 – das macht rund 670 € mehr im Monat aus, ohne Betriebswechsel.

Meisterkurs: Voraussetzung für die Selbstständigkeit und Bewerbung auf einen Kehrbezirk. Gehalt danach deutlich über TG-3-Niveau möglich.

Spezialisierungen: GEG-Energieberater, Abgasanlagen-Sachverständiger, Brandschutzgutachter. In wachsenden Feldern – Wärmepumpen-Prüfung, Pelletanlagen, Biogasanlagen – sind Zusatzqualifikationen stark nachgefragt.

Region: Der Bundestarifvertrag gilt bundesweit einheitlich. Praktisch macht die Betriebsgröße und Dichte des Einzugsgebiets einen spürbaren Unterschied.

Den vollständigen Überblick über Ausbildung, Dauer und Vergütung bietet der Artikel Schornsteinfeger-Ausbildung. Alles zum Berufsbild steht im Hub Schornsteinfeger – Ausbildung, Gehalt & Kehrbezirk.

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Das Wichtigste

  • 13. Monatsgehalt garantiert: Die tarifliche Jahressonderzahlung von 100 % ist im BTV fest verankert – damit liegt das Jahreseinkommen eines Gesellen in TG 1 bei rund 40.500 € brutto (ohne Überstundenzuschläge).
  • Kehrbezirk = gesichertes Einkommen: Als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger mit hoheitlichem Auftrag arbeitet man im geschützten Einzugsgebiet – das unterscheidet den Beruf finanziell von fast jedem anderen Handwerk.
  • Tarifgruppe 3 lohnt sich: Wer jährlich mindestens 16 Unterrichtseinheiten Weiterbildung nachweist, steigt in TG 3 auf – rund 670 € mehr im Monat als ein TG-1-Einsteiger, dazu die volle Jahressonderzahlung.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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