Wer eine Heizung einbauen, eine Wärmepumpe installieren oder eine Badezimmerleitung verlegen will, braucht jemanden mit SHK-Ausbildung. Der Beruf – im Volksmund oft noch Klempner oder Heizungsbauer genannt – heißt seit 2003 offiziell Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Er ist einer der wenigen Handwerksberufe, der direkt von der Energiewende profitiert. Und er leidet seit Jahren unter einem strukturellen Fachkräftemangel, der Fachleute zur begehrten Ware macht.
Was ein Anlagenmechaniker SHK heute macht
Das Tätigkeitsfeld ist breiter als der Volksmund vermuten lässt. Wer „Klempner" hört, denkt an tropfende Wasserhähne. Die Realität sieht anders aus.
Heizungstechnik ist das Kerngeschäft: Heizkessel, Wärmepumpen, Flächenheizungen, Fußbodenheizungen und Solarthermieanlagen installieren, warten und in Betrieb nehmen. Die Nachfrage nach Wärmepumpen-Installationen ist durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die schrittweise Abkehr von Gas-Heizungen deutlich gestiegen – auch wenn das Tempo 2025 nach einem politisch unsicheren Jahr etwas nachgelassen hat.
Sanitärtechnik umfasst Trinkwasserleitungen, Abwassersysteme, Bäder und Duschen – in Neubauten ebenso wie in der Sanierung von Altbeständen. Gerade im Bestand gibt es enormen Modernisierungsbedarf.
Klimatechnik und Lüftung gewinnen an Gewicht: Raumlufttechnische Anlagen, Kältetechnik in Gewerbegebäuden und kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) sind wachsende Felder, besonders im gewerblichen und industriellen Bereich.
Im Alltag bedeutet das: viel Arbeit auf Baustellen und in Heizungskellern, Kundenkontakt bei Wartungsbesuchen, körperliche Arbeit und hohes Maß an Eigenverantwortung. Viele SHK-Betriebe arbeiten im Notdienst – was für entsprechende Zulagen sorgt.
Ausbildung: Dauer, Inhalte, Perspektiven
Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet dual statt – betriebliche Praxis und Berufsschule wechseln sich ab. Im Betrieb lernt man von der Rohrverlegung bis zur Fehlerdiagnose praktisch alles, was im Berufsalltag gebraucht wird. Die Berufsschule vermittelt technische Grundlagen: Strömungslehre, Thermodynamik, Werkstoffkunde und Installationsnormen.
Wer mindestens mittlere Reife mitbringt und im Betrieb gute Leistungen zeigt, kann auf 3 Jahre verkürzen. Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist mit Abitur und überdurchschnittlichen Noten möglich.
Alle Vergütungssätze und Details zum Ausbildungsablauf gibt es im Artikel Anlagenmechaniker SHK – Ausbildung.







