Stein ist das älteste Baumaterial der Menschheit – und der Steinmetz ist der Handwerker, der es bis heute meisterhaft formt. Grabmale, Kirchenfassaden, Treppenstufen, restaurierte Stadtpaläste: Wer diesen Beruf wählt, arbeitet an Dingen, die Jahrhunderte überdauern. Das hat seinen Preis – und seinen Wert.
Was ein Steinmetz heute macht
Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Steinmetz/in und Steinbildhauer/in – mit zwei Fachrichtungen, die sich inhaltlich unterscheiden.
Steinmetzarbeiten ist die verbreitetere Fachrichtung. Hier geht es um das Bearbeiten und Verlegen von Naturstein: Fassadenverkleidungen, Bodenbeläge, Treppen, Grabmale, Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden. Ein erheblicher Teil der Betriebe ist spezialisiert auf Grabmalgestaltung – ein Markt mit stabiler, wenn auch regionaler Nachfrage.
Steinbildhauerarbeiten ist die künstlerischere Fachrichtung. Figürliche Bildhauerkunst, ornamentale Arbeiten, Restaurierung von Skulpturen und Bauornamenten in der Denkmalpflege. Diese Richtung erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Gespür und oft auch kunsthistorisches Interesse. Stellenangebote sind seltener, aber der Beruf ist kaum austauschbar.
Praktisch arbeiten Steinmetze in Werkstätten und vor Ort: auf Baustellen, an Friedhöfen, an Kirchenfassaden, in Restaurierungsprojekten für Landeskultureinrichtungen. Schweißen und Löten kommt nicht vor – dafür Meißel, Winkelschleifer, Fräse und das Auge für Material und Proportion.
Ausbildung: Was man wissen muss
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual organisiert: Betrieb und Berufsschule im Wechsel. Im ersten Lehrjahr lernen alle Steinmetz-Azubis die gemeinsamen Grundlagen – Steinarten und ihre Eigenschaften, Werkzeug- und Maschinenkunde, Bearbeitungstechniken. Die Spezialisierung auf eine Fachrichtung beginnt danach.
Voraussetzung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Größere Betriebe und spezialisierte Restaurierungswerkstätten bevorzugen mittlere Reife. Entscheidend sind räumliches Denken, Sorgfalt und ein Gespür für Materialien.
Alle Details zur Ausbildungsvergütung und zum Ausbildungsablauf gibt es im Artikel Steinmetz-Ausbildung.







