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Steinmetz-Auszubildender lernt Meißelarbeit an Sandsteinblock in Berufsschulwerkstatt
handwerksberufe2026-06-12

Steinmetz-Ausbildung 2026: Dauer, Inhalte & Vergütung

Wer Steinmetz werden will, wählt einen Beruf mit Tiefe und Bestand. Hier sind alle Fakten zur Ausbildung – Dauer, Vergütung je Lehrjahr, Fachrichtungen und Übernahmechancen.

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Wie lange dauert die Ausbildung zum Steinmetz?

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Sie findet abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen möglich.

Wer Steinmetz werden will, wählt einen Beruf, der handwerkliches Können mit künstlerischem Anspruch verbindet – und der selten von Arbeitsmangel geprägt ist. Die Ausbildung ist kürzer als beim Elektriker, die Spezialisierungsmöglichkeiten sind überraschend vielfältig.

Ausbildungsberufe: Was genau wird man?

Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Steinmetz/in und Steinbildhauer/in – ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf mit zwei Fachrichtungen:

Steinmetzarbeiten: Die weitaus häufigere Fachrichtung. Naturstein herstellen, bearbeiten, verlegen und versetzen. Fassadenverkleidungen, Grabmale, Treppenanlagen, Bodenbeläge. Dazu kommen Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden sowie Garten- und Landschaftsgestaltung mit Naturstein. Die meisten Ausbildungsbetriebe – Steinmetzbetriebe, Grabmalwerkstätten, Restaurierungsunternehmen – bieten diese Fachrichtung an.

Steinbildhauerarbeiten: Figürliche und ornamentale Bildhauerkunst, Restaurierung von Skulpturen, Bauornamenten und Denkmälern. Diese Fachrichtung ist seltenerer, aber nichts für schlechte Noten: Sie verbindet handwerkliche Präzision mit kunsthandwerklichem Können und ist in der Denkmalpflege unverzichtbar.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Das ist ein Jahr kürzer als beim Elektriker – was aber nicht bedeutet, weniger zu lernen. Der Stoff ist dicht.

Im ersten Lehrjahr lernen alle Azubis gemeinsam: Steinarten und ihre Bearbeitung (Sandstein, Granit, Marmor, Kalkstein), grundlegende Werkzeugkunde, Handwerkzeuge und Maschinen, Maß- und Flächenberechnungen sowie erste Bearbeitungstechniken. Die Spezialisierung auf Steinmetzarbeiten oder Steinbildhauerarbeiten beginnt danach.

Die Berufsschule findet in der Regel ein- bis zweimal pro Woche statt, teils auch als Blockunterricht. Der Rest der Ausbildungszeit gehört dem Betrieb.

Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist mit Mittlerer Reife bei guten Leistungen möglich. Über den Antrag entscheiden Betrieb und zuständige Handwerkskammer gemeinsam.

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Ausbildungsvergütung 2026: Lehrjahr für Lehrjahr

Im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk gilt laut Tarifvertrag (gültig ab 01.11.2025):

LehrjahrMonatliche Vergütung (brutto)
1. Lehrjahr945 €
2. Lehrjahr1.045 €
3. Lehrjahr1.195 €

Die Vergütungssteigerung von rund 26 % vom ersten zum dritten Lehrjahr ist im Handwerk durchaus anständig. Die IG BAU hatte den Tarifvertrag für das Steinmetzhandwerk 2025 mit einer Lohnerhöhung von 11 % auf 21,01 € Stundenlohn für Gesellen neu abgeschlossen – das hat auch die Ausbildungsvergütungen beeinflusst.

Nicht-tarifgebundene Betriebe zahlen teils darunter, größere Natursteinverarbeitungsbetriebe teils deutlich darüber. Bei der Betriebswahl lohnt es sich, nach Tarifbindung zu fragen.

Voraussetzungen: Was man mitbringen sollte

Formal ist ein Hauptschulabschluss ausreichend. In der Praxis gilt:

  • Mittlere Reife ist in vielen Betrieben bevorzugt
  • Restaurierungsbetriebe und künstlerisch ausgerichtete Werkstätten wünschen sich oft Abiturienten oder Bewerber mit zeichnerischen Fähigkeiten
  • Technisches und räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtiger als gute Deutschnoten

Körperliche Belastbarkeit ist kein Hindernis – aber Staubschutz, Schleifgerät und gelegentlich schwere Steinplatten gehören zum Alltag. Wer sich das vorab anschauen will, sollte unbedingt ein Praktikum machen. Die meisten Steinmetzbetriebe reagieren auf Anfragen positiv.

Was in der Berufsschule gelehrt wird

Die Berufsschule vermittelt das theoretische Fundament: Gesteinskundliche Grundlagen (welcher Stein hat welche Eigenschaften, wie reagiert er auf Witterung), technisches Zeichnen, Berechnungen für Flächen und Volumen, Maschinenkunde, Arbeitssicherheit.

Ab dem zweiten Lehrjahr kommen fachrichtungsspezifische Inhalte dazu. Für Steinmetzarbeiten: Restaurierungstechnik, Grabmalgestaltung, Natursteinverlegung nach Normen. Für Steinbildhauerarbeiten: kunsthistorische Grundlagen, Modellieren und figürliches Arbeiten.

Regelmäßig gute Berufsschulleistungen erleichtern eine mögliche Verkürzung und machen beim Abschluss den Unterschied zwischen einer befriedigenden und einer guten Gesellenprüfung.

Übernahme und Jobperspektiven

Der Steinmetz-Markt ist klein und spezialisiert – das ist ein Vorteil für Berufseinsteiger. Gut ausgebildete Gesellen mit handwerklichem Geschick und etwas Eigeninitiative finden in aller Regel direkt nach der Ausbildung eine Stelle, viele bleiben im Ausbildungsbetrieb.

Besonders gefragt sind aktuell Gesellen mit:

  • Kenntnissen in der Restaurierung historischer Bauwerke
  • Erfahrung mit CNC-Maschinen für Natursteinbearbeitung
  • Bereitschaft zur Montagetätigkeit (auswärtige Baustellen)

Alle Informationen zu Gehalt, Entwicklung und Meisterlohn gibt es im Artikel Steinmetz-Gehalt. Den vollständigen Berufsüberblick bietet der Hub Steinmetz – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Ausbildung abgeschlossen – was kommt?

Nach dem Gesellenbrief stehen mehrere Wege offen. Wer langfristig eigene Aufträge akquirieren und eine Werkstatt führen will, kommt am Meisterbrief nicht vorbei – Steinmetz ist meisterpflichtig (Anlage A HwO). Die Meistervorbereitung dauert 1–2 Jahre und lohnt sich finanziell.

Wer eine künstlerischere Richtung einschlagen will, kann sich zum Restaurator im Steinmetzhandwerk fortbilden – eine anerkannte Qualifikation, die Türen zu Denkmalschutzprojekten öffnet.

Für alle, die neben Beruf auch das Privatleben auf Kurs bringen wollen: Handwerksingles.de kennt die Welt der Azubis und Gesellen gut. Den vollständigen Überblick über Partnersuche im Handwerksumfeld gibt der ultimative Partnersuche-Guide für Handwerker.

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Das Wichtigste

  • Tarifvergütung steigt deutlich: Von 945 € im ersten auf 1.195 € im dritten Lehrjahr – das ist ein Anstieg von über 26 % und damit eine der solideren Kurven im Handwerk.
  • Zwei Fachrichtungen, verschiedene Welten: Steinmetzarbeiten führt in Werkstätten und auf Baustellen, Steinbildhauerarbeiten in die Denkmalpflege und Bildhauerkunst – die Wahl beim Start prägt den weiteren Weg.
  • Meisterpflicht am Ende: Steinmetz ist ein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer langfristig plant, sollte den Meisterbrief als nächsten Schritt fest einkalkulieren.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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