Ringe schmieden, Edelsteine fassen, Unikate entwerfen – wenige Handwerksberufe verbinden gestalterische Freiheit und technische Präzision so eng wie der Goldschmied. Wer auf den Zehntelmillimeter genau arbeiten kann und ein Gespür für Formen und Materialien mitbringt, hat in diesem Beruf seinen Platz. Seit August 2025 gibt es zudem eine vollständig überarbeitete Ausbildungsordnung.
Was ein Goldschmied heute macht
Goldschmiede fertigen und reparieren Schmuckstücke aus Gold, Silber, Platin und anderen Edelmetallen. Dazu kommen Edelsteine und Materialkombinationen wie Perlen oder Emaille. Die Arbeit ist filigran: Ein Ring verlangt Präzision auf Zehntel-Millimeter-Niveau – Löten, Feilen, Polieren, Fassen.
Wer sich auf Schmuck spezialisiert, entwirft und fertigt Ringe, Anhänger und Armbänder. Die Fachrichtung Juwelen hat ihren Schwerpunkt im Fassen von Edelsteinen – hier braucht es besonderes Fingerspitzengefühl. Der Bereich Ketten ist stärker serienorientiert, auch maschinell unterstützt. Seit der Reform vom August 2025 gehen diese drei alten Fachrichtungen in einer zusammen: der neuen Fachrichtung Goldschmieden im Beruf Gold- und Silberschmied/in.
Der Arbeitsalltag sieht je nach Betrieb sehr unterschiedlich aus. In einem kleinen Atelier fertigt man Unikate auf Kundenwunsch, berät beim Kauf und pflegt langjährige Beziehungen. In einem Serienfertigungsbetrieb – etwa in Pforzheim, der deutschen Goldstadt, oder Hanau – überwiegen wiederholende Arbeitsschritte, oft maschinell unterstützt.
Ausbildung: Was sich 2025 geändert hat
Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Wer mit guten Noten in Betrieb und Berufsschule überzeugt, kann auf 3 Jahre verkürzen. Das erste Lehrjahr legt gemeinsame Grundlagen für alle Fachrichtungen – Metallbearbeitung, Grundformen, Werkzeugkunde. Ab dem zweiten Jahr beginnt die Vertiefung in der gewählten Fachrichtung.
Seit dem 1. August 2025 gibt es den Ausbildungsberuf Goldschmied/in nicht mehr als eigenständigen Beruf. Er wurde mit dem Silberschmied zusammengelegt zum neuen Beruf Gold- und Silberschmied/in – mit den Fachrichtungen Goldschmieden und Silberschmieden. Die bisherigen Inhalte zu Schmuck, Juwelen und Ketten sind in der Fachrichtung Goldschmieden aufgegangen. Bestehende Ausbildungsverträge nach alter Ordnung laufen regulär zu Ende.
Neben dem dualen Weg gibt es eine schulische Alternative: Die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim bietet eine dreijährige Vollzeitausbildung an Berufsfachschulen an. Diese schulische Variante ist in Deutschland die Ausnahme – der Regelweg bleibt die duale Ausbildung im Betrieb.
Alle Details zu Ausbildungsvergütung, Bewerbung und Übernahmechancen gibt es im Artikel Goldschmied-Ausbildung.







