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Auszubildender Schweißer bei DVS-Lehrgang in Werkstatthalle, Schweißhelm aufgesetzt, Übungsnaht an Stahl
handwerksberufe2026-06-12

Schweißer-Qualifikation 2026: Lehrgänge, DVS-Prüfung & Weiterbildung

Schweißer ist kein klassischer Ausbildungsberuf – der Weg führt über DVS-Lehrgänge und die Schweißerprüfung nach ISO 9606. Alle Fakten zu Dauer, Kosten, Prüfnormen und DVS-Stufen.

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Wie wird man Schweißer in Deutschland?

Schweißer ist kein dualer Ausbildungsberuf. Der Einstieg läuft über DVS-Lehrgänge (3 bis 6 Monate je Verfahren) und die Schweißerprüfung nach ISO 9606-1. Alternativ lernt man Schweißen im Rahmen einer Metallausbildung als Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker oder Metallbauer.

Wer Schweißer werden will, steht vor einer Besonderheit: Es gibt keine dreijährige duale Ausbildung mit Gesellenbrief. Der Berufsweg läuft über Lehrgänge, Prüfungen und Zertifikate – flexibler als klassische Handwerksausbildungen, aber auch weniger bekannt. Wer das System versteht, kann gezielt einsteigen und sich schrittweise qualifizieren.

Schweißer ist kein Ausbildungsberuf – was das bedeutet

Seit Jahren ist Schweißer in Deutschland kein eigenständiger anerkannter Ausbildungsberuf mehr. Laut Bundesagentur für Arbeit (Berufenet, Beruf 2056) handelt es sich beim „Geprüften Schweißer" um eine international anerkannte Aus- und Weiterbildung – nicht um eine duale Ausbildung nach BBiG.

Das klingt wie ein Nachteil, ist aber keiner: DVS-Lehrgänge sind in wenigen Monaten absolviert, kostengünstig gefördert und international anerkannt. Wer nach einem Metallberuf wie Konstruktionsmechaniker oder Anlagenmechaniker SHK sucht und Schweißen als Kerninhalt der Ausbildung bevorzugt, kann diesen klassischen Weg gehen – die duale Ausbildung dauert dann 3 bis 3,5 Jahre und schließt mit dem Gesellenbrief ab.

DVS-Lehrgänge: Der direkte Weg

Der Deutsche Verband für Schweißtechnik (DVS) ist die maßgebliche Fachorganisation in Deutschland. Seine Lehrgänge folgen dem IIW/EWF-System – einem internationalen Standard, der in über 50 Ländern anerkannt ist.

Die DVS-Stufenausbildung bietet Lehrgänge für alle gängigen Verfahren:

E-Hand-Schweißen (Verfahren 111): Grundverfahren, guter Einstieg. Anwendung auf Baustellen, im Stahlbau, bei Reparaturen. Lehrgang typischerweise 4 bis 6 Wochen.

MAG-Schweißen (135): Das häufigste Industrieverfahren. Stahlbau, Fahrzeugbau, Serienproduktion. Lehrgang 4 bis 8 Wochen, je nach Grundkenntnissen.

MIG-Schweißen (131): Aluminium, Edelstahl, Sonderwerkstoffe. Lehrgang ähnlich lang wie MAG, oft im Anschluss kombiniert.

WIG-Schweißen (141): Das anspruchsvollste Handschweißverfahren. Präzision, Dünnbleche, Rohrleitungen, Sonderwerkstoffe. Lehrgang 6 bis 10 Wochen – dafür das beste Gehalt und die größte Nachfrage in der Industrie.

Wer alle vier Verfahren zertifiziert hat, ist am Arbeitsmarkt sehr breit aufgestellt.

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Die Schweißerprüfung nach ISO 9606-1

Am Ende jedes DVS-Lehrgangs steht die Schweißerprüfung nach ISO 9606-1 (für Stahl). Diese Norm definiert:

  • Prüfungsumfang und Bewertungskriterien
  • Gültigkeitsbereiche (welche Materialien, Wanddicken und Positionen durch eine Prüfung abgedeckt sind)
  • Gültigkeitsdauer und Verlängerungsregeln

Eine bestandene Prüfung gilt 2 Jahre, sofern der Schweißer kontinuierlich im geprüften Verfahren tätig war. Alle 6 Monate braucht es eine Bestätigung durch den Arbeitgeber oder einen zugelassenen Prüfer. Nach 3 Jahren ist eine vollständige Wiederholungsprüfung Pflicht – unabhängig von Bestätigungen.

Für Aluminium gilt ISO 9606-2, für andere Werkstoffe weitere Normteile. Im Druckbehälter- und Rohrleitungsbau kommen zusätzlich ASME- oder AD2000-Anforderungen hinzu.

Kosten und Förderung

Lehrgangskosten variieren je nach Verfahren und Bildungsträger. Als Orientierung:

VerfahrenTypische Lehrgangskosten
E-Hand (111)800–1.300 €
MAG (135)900–1.500 €
WIG (141)1.200–2.000 €

Wer über die Bundesagentur für Arbeit einen Bildungsgutschein beantragen kann, erhält die Kosten oft vollständig übernommen – sowohl bei Arbeitslosigkeit als auch bei drohender Arbeitslosigkeit. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten für ihre Mitarbeiter, wenn die Qualifikation betrieblich gebraucht wird.

Voraussetzungen: Was man mitbringen sollte

Formal gibt es kaum Hürden: Für DVS-Grundlehrgänge ist kein bestimmter Schulabschluss erforderlich. In der Praxis sollte man mitbringen:

  • Handwerkliches Grundgeschick
  • Bereitschaft zur körperlichen Arbeit (Hitze, Zwangshaltungen, Schutzbekleidung)
  • Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit – fehlerhafte Schweißnähte können sicherheitsrelevant sein
  • Grundkenntnisse in Metall- oder Maschinentechnik sind hilfreich, aber keine Pflicht

Betriebe bieten oft Probetage oder Eignungstests an, bevor sie Mitarbeiter in kostspielige Lehrgänge schicken.

DVS-Stufen nach der Schweißerprüfung

Nach der Grundqualifikation als Geprüfter Schweißer eröffnet das DVS-System klare Aufstiegspfade:

Internationaler Schweißer (IIW/EWF): Erweiterung der Grundqualifikation auf internationale Anforderungen – wichtig für Betriebe, die Aufträge aus dem europäischen Ausland bearbeiten.

Schweißfachmann (IWS – International Welding Specialist): Erste planerische Stufe. Inhalte: Schweißanweisungen (WPS), Qualitätssicherung, Materialprüfung, technische Aufsicht. Lehrgang 1 bis 3 Monate, berufsbegleitend möglich. Das Gehalt steigt auf median rund 4.761 € – mehr als 1.000 € über dem Schweißer-Median.

Schweißfachtechniker (IWT): Stärker technisch-wissenschaftlich. Konstruktion, Werkstofftechnik, Prüfverfahren. Für Stellen in Entwicklung und Qualitätswesen.

Schweißfachingenieur (IWE): Die Ingenieursstufe des DVS-Systems. Voraussetzung ist ein technisches Studium oder gleichwertige Qualifikation.

Wer seinen Lohnzettel deutlich verändern will, findet die Gehaltszahlen nach Stufe im Artikel Schweißer-Gehalt. Den Gesamtüberblick bietet der Hub Schweißer – Qualifikation, Verfahren und Karriere.

Qualifikation abgeschlossen – und dann?

Nach der ersten Schweißerprüfung beginnt die eigentliche Karriere. Wer früh mehrere Verfahren zertifiziert, baut ein Portfolio auf, das in der Industrie sehr gefragt ist. Wer bereit ist, zur Montage zu fahren oder auf Großbaustellen zu arbeiten, kann sein Einkommen deutlich steigern.

Und wer nach der Schicht auch das Privatleben in gute Bahnen bringen will: Handwerksingles.de verbindet Singles aus Metallberufen und Handwerk. Den vollständigen Überblick gibt der ultimative Partnersuche-Guide für Handwerker.


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Das Wichtigste

  • Kein Ausbildungsberuf, schneller Einstieg: DVS-Lehrgänge dauern 3 bis 6 Monate – wer zügig in den Beruf will, ist mit dem WIG- oder MAG-Lehrgang schneller fertig als mit jeder dualen Ausbildung.
  • Zertifikate müssen gepflegt werden: ISO-9606-Qualifikationen laufen aus – wer nicht regelmäßig prüfen lässt und Nachweise führt, verliert seine Zulassung und damit seine Markttauglichkeit.
  • DVS-Stufen als Karriereleiter: Schweißfachmann (IWS) ist die erste planerische Stufe und bringt über 1.000 € mehr im Monat – der Lehrgang läuft berufsbegleitend in wenigen Wochen.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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