Wer Schweißer werden will, steht vor einer Besonderheit: Es gibt keine dreijährige duale Ausbildung mit Gesellenbrief. Der Berufsweg läuft über Lehrgänge, Prüfungen und Zertifikate – flexibler als klassische Handwerksausbildungen, aber auch weniger bekannt. Wer das System versteht, kann gezielt einsteigen und sich schrittweise qualifizieren.
Schweißer ist kein Ausbildungsberuf – was das bedeutet
Seit Jahren ist Schweißer in Deutschland kein eigenständiger anerkannter Ausbildungsberuf mehr. Laut Bundesagentur für Arbeit (Berufenet, Beruf 2056) handelt es sich beim „Geprüften Schweißer" um eine international anerkannte Aus- und Weiterbildung – nicht um eine duale Ausbildung nach BBiG.
Das klingt wie ein Nachteil, ist aber keiner: DVS-Lehrgänge sind in wenigen Monaten absolviert, kostengünstig gefördert und international anerkannt. Wer nach einem Metallberuf wie Konstruktionsmechaniker oder Anlagenmechaniker SHK sucht und Schweißen als Kerninhalt der Ausbildung bevorzugt, kann diesen klassischen Weg gehen – die duale Ausbildung dauert dann 3 bis 3,5 Jahre und schließt mit dem Gesellenbrief ab.
DVS-Lehrgänge: Der direkte Weg
Der Deutsche Verband für Schweißtechnik (DVS) ist die maßgebliche Fachorganisation in Deutschland. Seine Lehrgänge folgen dem IIW/EWF-System – einem internationalen Standard, der in über 50 Ländern anerkannt ist.
Die DVS-Stufenausbildung bietet Lehrgänge für alle gängigen Verfahren:
E-Hand-Schweißen (Verfahren 111): Grundverfahren, guter Einstieg. Anwendung auf Baustellen, im Stahlbau, bei Reparaturen. Lehrgang typischerweise 4 bis 6 Wochen.
MAG-Schweißen (135): Das häufigste Industrieverfahren. Stahlbau, Fahrzeugbau, Serienproduktion. Lehrgang 4 bis 8 Wochen, je nach Grundkenntnissen.
MIG-Schweißen (131): Aluminium, Edelstahl, Sonderwerkstoffe. Lehrgang ähnlich lang wie MAG, oft im Anschluss kombiniert.
WIG-Schweißen (141): Das anspruchsvollste Handschweißverfahren. Präzision, Dünnbleche, Rohrleitungen, Sonderwerkstoffe. Lehrgang 6 bis 10 Wochen – dafür das beste Gehalt und die größte Nachfrage in der Industrie.
Wer alle vier Verfahren zertifiziert hat, ist am Arbeitsmarkt sehr breit aufgestellt.







