Beim Schweißer-Gehalt entscheiden zwei Faktoren mehr als alles andere: das Schweißverfahren und die Branche. Wer nur MAG-Schweißen beherrscht und in der Serienfertigung arbeitet, verdient anders als ein WIG-Spezialist im Rohrleitungsbau mit ISO-Zertifikat. Mit konkreten Zahlen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lässt sich das auseinanderhalten.
Median und Quartile 2026: Was der Entgeltatlas zeigt
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Schweißer folgende Vollzeit-Bruttowerte aus (Datenbasis 2024):
| Gehaltsposition | Monatliches Brutto |
|---|---|
| Unteres Quartil | 3.079 € |
| Median | ~3.700 € |
| Oberes Quartil | 4.430 € |
Ein Viertel der Schweißer verdient also unter 3.079 €, ein Viertel über 4.430 €. Der Median von rund 3.700 € liegt damit über dem bundesweiten Medianlohn aller Beschäftigten (4.013 € in 2024 laut BA-Pressemitteilung), aber unter dem Gehalt von Schweißfachleuten mit technisch-planerischen Aufgaben.
Wichtig: Diese Zahlen beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte. Zulagen, Schichtzuschläge und Montageprämien sind darin nicht enthalten.
Verfahren und Spezialisierung: Wo der Lohnunterschied entsteht
Nicht alle Schweißverfahren werden gleich bezahlt. Die Nachfrage bestimmt den Preis:
MAG-Schweißen (Verfahren 135) ist das häufigste Verfahren im Stahl- und Fahrzeugbau. Hohe Verfügbarkeit an qualifizierten Fachkräften drückt das Gehalt – Einstieg ab 2.900 €, Median eher im unteren Bereich.
WIG-Schweißen (141) gilt als Königsdisziplin unter den Handschweißverfahren. Dünnwandige Rohre, Sonderwerkstoffe wie Titan oder Nickellegierungen – WIG-Schweißer sind in der Chemieindustrie, im Anlagenbau und in der Luftfahrt gefragt. Laut Jobvector liegt der Jahresverdienst von WIG-Schweißern im Durchschnitt bei 37.584 € – das sind 3.132 € monatlich für Einsteiger. Erfahrene WIG-Spezialisten in der Industrie liegen regelmäßig bei 3.800–4.500 €.
E-Hand-Schweißen (111) ist weniger gut bezahlt als WIG, aber auch weniger gefragt in der Industrie. Im Stahlbau und auf Baustellen ist es jedoch unverzichtbar – besonders wenn andere Verfahren baulich nicht eingesetzt werden können.
Wer mehrere Verfahren zertifiziert hat, verhandelt von einer anderen Ausgangsposition. Zwei oder drei ISO-9606-1-Qualifikationen sind auf dem Markt deutlich mehr wert als eine einzelne.







