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Auszubildende Goldschmiedin arbeitet an Silberring, Berufsschule-Werkstatt mit Werkzeug und Tageslicht
handwerksberufe2026-06-12

Goldschmied-Ausbildung 2026: Dauer, Inhalte & Vergütung

Die Goldschmied-Ausbildung wurde 2025 vollständig neu geordnet. Hier gibt es alle Fakten zum neuen Beruf Gold- und Silberschmied/in: Dauer, Fachrichtungen, Azubi-Vergütung und den schulischen Weg über Pforzheim.

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Wie lange dauert die Ausbildung zum Goldschmied?

Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf 3 Jahre möglich. Seit dem 1. August 2025 heißt der Beruf offiziell Gold- und Silberschmied/in – mit den Fachrichtungen Goldschmieden und Silberschmieden.

Die Goldschmied-Ausbildung hat 2025 die größte Veränderung seit Jahrzehnten erlebt. Wer heute eine Ausbildung in diesem Bereich beginnt, tut das unter einem neuen Namen und nach einer modernisierten Ausbildungsordnung. Was das konkret bedeutet, wie die Ausbildung abläuft und was Azubis verdienen – hier sind alle aktuellen Fakten.

Was sich 2025 grundlegend geändert hat

Zum 1. August 2025 trat die neue Ausbildungsverordnung in Kraft, die der Zentralverband des Gold- und Silberschmiedegewerbes bereits 2021 initiiert hatte. Das Ergebnis: Die beiden bisherigen Ausbildungsberufe Goldschmied/in und Silberschmied/in aus dem Jahr 1992 wurden zusammengelegt zum neuen Beruf Gold- und Silberschmied/in.

Die drei alten Fachrichtungen des Goldschmieds – Schmuck, Juwelen und Ketten – gehen dabei in der neuen Fachrichtung Goldschmieden auf. Die bisherigen Schwerpunkte des Silberschmieds (Email und Metall) bilden die zweite Fachrichtung Silberschmieden. Die Verordnung wurde im Bundesgesetzblatt Nr. 93 vom 24. März 2025 veröffentlicht.

Wer vor dem 1. August 2025 einen Ausbildungsvertrag nach alter Ordnung abgeschlossen hat, führt diesen bis zum Ende regulär weiter. Neue Verträge laufen ausschließlich nach der neuen Verordnung.

Die zwei Fachrichtungen im Überblick

Goldschmieden: Der Herzstück-Weg für alle, die Ringe, Ketten, Anhänger und Edelsteinarbeiten im Fokus haben. Hier stecken die früheren Spezialisierungen Schmuck, Juwelen und Ketten drin. Wer Schmuckstücke entwerfen, fertigen und fassen will, wählt diese Fachrichtung.

Silberschmieden: Stärker auf Objekte aus Silber ausgerichtet – Tafelsilber, Pokale, kunsthandwerkliche Gerätschaften, aber auch Schmuck. Emaillearbeiten und Metallgestaltung haben hier traditionell ihren Platz.

Beide Fachrichtungen teilen das erste Ausbildungsjahr mit gemeinsamen Grundlagen: Metallbearbeitung, Werkzeugkunde, Sicherheit, Grundformen. Ab dem zweiten Lehrjahr beginnt die fachrichtungsspezifische Vertiefung.

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Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre – betriebliche Praxis und Berufsschule wechseln sich ab. Wer mittlere Reife mitbringt und im Betrieb überzeugt, kann auf 3 Jahre verkürzen. Mit Abitur und sehr guten Leistungen ist in Einzelfällen auch eine Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich.

Der Berufsschulunterricht findet je nach Region ein- bis zweimal wöchentlich statt oder als Blockunterricht. In Baden-Württemberg ist die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim das deutschlandweit bekannteste Kompetenzzentrum – dort wird auch die Meisterschule für Goldschmiede und Graveure angeboten.

Schulische Alternative: Berufsfachschule Pforzheim

Neben dem dualen Weg gibt es in Deutschland die Möglichkeit einer rein schulischen Ausbildung an einer Berufsfachschule. Das bekannteste Beispiel ist die Goldschmiedeschule Pforzheim, die eine dreijährige Vollzeitausbildung bietet. Diese Variante ist bundesweit die Ausnahme, aber für alle interessant, die intensiven Werkstattunterricht in einer auf den Beruf spezialisierten Umgebung suchen.

Pforzheim ist kein Zufall: Die Stadt gilt als Goldstadt und Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie. Wer hier ausbildet, ist in einem dichten Netzwerk aus Unternehmen, Schulen und Messen – Zugang zu Praktika, Jobs und Kontakten inklusive.

Ausbildungsvergütung 2026: Was Azubis verdienen

Die Vergütung in der Goldschmied-Ausbildung liegt laut aktuellen Daten bei:

LehrjahrMonatliche Vergütung (brutto)
1. Lehrjahr1.040 €
2. Lehrjahr1.110 €
3. Lehrjahr1.200 €
4. Lehrjahr1.270 €

Das liegt leicht über dem gesetzlichen Mindestausbildungsentgelt, das für 2025 bei 682 € im ersten Lehrjahr angesetzt ist. Die Branche zahlt damit erkennbar mehr als den Mindeststandard – was zeigt, dass Nachwuchs aktiv gesucht wird.

In größeren Schmuckunternehmen oder Betrieben mit Tarifbindung können die Sätze auch hier höher liegen. Lohnt sich ein Blick in die Stellenangebote, um konkrete Zahlen zu vergleichen.

Voraussetzungen: Was Betriebe erwarten

Formal reicht ein Hauptschulabschluss für die Bewerbung. Viele Betriebe – insbesondere in Pforzheim und Hanau – bevorzugen in der Praxis mittlere Reife oder sogar Abitur, besonders wenn Designkenntnisse oder CAD-Kompetenzen erwartet werden.

Was wirklich zählt:

  • Handwerkliches Geschick und sicheres Gefühl für Werkzeuge
  • Genaues Arbeiten – der Job bewegt sich im Zehntelmillimeter-Bereich
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Gestaltungsinteresse
  • Geduld: Ein einzelnes Schmuckstück kann viele Stunden dauern

Ein Praktikum vor der Bewerbung ist ausdrücklich empfehlenswert – es zeigt dem Betrieb Ernsthaftigkeit und gibt Bewerberinnen und Bewerbern ein realistisches Bild des Berufsalltags.

Was in der Berufsschule gelehrt wird

Die Berufsschule vermittelt theoretische Grundlagen: Metallkunde, Legierungen, Werkzeugkunde, Grundlagen der Gestaltung, Materialkostenrechnung, Fachzeichnen. Ab dem zweiten Lehrjahr kommen fachrichtungsspezifische Themen hinzu – bei Goldschmieden etwa die Edelsteinkunde, Fassmethoden (Krappen-, Kanal-, Pavéfassung) und Grundlagen des CAD-Schmuckdesigns.

Wer in der Berufsschule gute Noten schreibt, verbessert die Chancen auf eine Verkürzung – und legt die Basis für eine spätere Meisterschule.

Nach der Ausbildung: Wege und Möglichkeiten

Die Übernahmechancen sind solide – der Beruf ist nicht überlaufen, und gut ausgebildete Gesellinnen und Gesellen werden gesucht. Wer keinen Platz beim Ausbildungsbetrieb findet, hat mit dem Gesellenbrief gute Chancen in anderen Werkstätten, besonders in Schmuckregionen wie Pforzheim oder Hanau.

Was danach möglich ist: Meisterschule (Voraussetzung für Selbstständigkeit und Ausbildungsbetrieb), Gemmologie-Studium, Schmuckdesign-Studium an der Hochschule Pforzheim oder der Wechsel in ein Schmuckunternehmen mit größerer Serienproduktion.

Alle Zahlen zum Verdienst nach der Ausbildung erklärt der Artikel Goldschmied-Gehalt. Den vollständigen Berufsüberblick bietet der Hub Goldschmied – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Ausbildung abgeschlossen – und dann?

Nach dem Gesellenbrief liegt die Arbeit direkt vor einem: Kunden beraten, Unikate fertigen, Erbstücke restaurieren. Wer Goldschmied geworden ist, hat einen Beruf mit klarem Sinn – und oft auch klaren Vorstellungen davon, was er oder sie privat will.

Handwerksingles.de kennt diese Welt. Wer nach der Ausbildung auch das Privatleben auf solide Füße stellen möchte, findet den passenden Einstieg im Partnersuche-Guide für Handwerker.


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Das Wichtigste

  • Reform 2025: Die Ausbildung ist neu geordnet. Wer ab Herbst 2025 beginnt, macht den Gold- und Silberschmied – nicht mehr den separaten Goldschmied.
  • Vergütung über Mindeststandard: 1.040 € im ersten Lehrjahr und bis zu 1.270 € im vierten – das liegt leicht über dem gesetzlichen Mindestausbildungsentgelt und zeigt, dass die Branche Nachwuchs will.
  • Duale und schulische Option: Der duale Weg ist Standard, aber Pforzheim bietet mit seiner Berufsfachschule eine Alternative – besonders für alle, die Theorie und Werkstatt stärker verzahnen wollen.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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