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Auszubildender zum Elektroniker übt Verdrahtung an einem Übungsboard in der Berufsschule
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Elektroniker-Ausbildung: Ablauf, Fachrichtungen & Vergütung

Die duale Elektroniker-Ausbildung dauert 3,5 Jahre und teilt sich in vier Fachrichtungen. Ablauf, Voraussetzungen und die Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr – Handwerk und Industrie im Vergleich.

Bild: KI-generiert
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Wie läuft die Ausbildung zum Elektroniker ab und welche Fachrichtung soll man wählen?

Die duale Ausbildung zum Elektroniker dauert 3,5 Jahre und ist in vier Fachrichtungen aufgeteilt: Energie- und Gebäudetechnik, Betriebstechnik, Geräte und Systeme sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Das erste Lehrjahr ist für alle gleich, die Spezialisierung beginnt danach. Die Wahl der Fachrichtung entscheidet maßgeblich über Arbeitsalltag und späteres Gehalt.

Ein Ausbildungsberuf, vier Wege

Wer sich für die Elektroniker-Ausbildung entscheidet, trifft eigentlich zwei Entscheidungen: für den Beruf an sich – und für eine von vier Fachrichtungen, die sich im späteren Arbeitsalltag deutlich unterscheiden. Wer das vorher weiß, kann die Ausbildung gezielter wählen, statt sich erst im zweiten Lehrjahr zu wundern, warum der Alltag ganz anders aussieht als erwartet.

Die aktuelle Ausbildungsordnung (Elektronikerausbildungsverordnung, ElekAusbV) stammt aus dem Jahr 2021 und wurde an Digitalisierung und Energiewende angepasst. Seitdem heißt die frühere Fachrichtung „Automatisierungstechnik" offiziell Automatisierungs- und Systemtechnik.

Die vier Fachrichtungen zur Wahl

Energie- und Gebäudetechnik ist die Fachrichtung mit den meisten Auszubildenden – sie entspricht dem, was umgangssprachlich als „Elektriker" bezeichnet wird. Elektrische Installationen in Wohn- und Gewerbebauten, Photovoltaikanlagen, Beleuchtungssysteme, Wallboxen für E-Autos, Gebäudeautomation. Wer diese Fachrichtung wählt, ist meist bei einem klassischen Handwerksbetrieb angestellt und viel auf Baustellen unterwegs.

Betriebstechnik ist industriell geprägt: Wartung und Instandhaltung von Maschinen, Produktionsanlagen und Schaltanlagen. Wer hier ausgebildet wird, arbeitet in der Regel bei einem Industrieunternehmen, oft im Schichtsystem.

Geräte und Systeme dreht sich um Fertigung, Prüfung und Instandhaltung elektronischer Geräte – von Haushaltsgeräten bis Medizintechnik. Der Arbeitsplatz ist meist eine Werkstatt oder Fertigungslinie statt Baustelle.

Automatisierungs- und Systemtechnik richtet sich an alle, die sich für Steuerungstechnik interessieren: Programmierung und Wartung automatisierter Industrieanlagen, SPS-Steuerungen, Sensor- und Aktorsysteme. Diese Fachrichtung verlangt mehr Interesse an Software und Logik als die anderen drei.

In allen vier Ausbildungsbetrieben – ob Handwerksbetrieb oder Industrieunternehmen – wird bei der zuständigen IHK oder HWK geprüft, je nachdem, ob der Betrieb dem Handwerk oder der Industrie zugeordnet ist.

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Dauer und Ablauf

Die Regelausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre. Das erste Lehrjahr ist für alle vier Fachrichtungen identisch: elektrotechnische Grundlagen, Schaltungstechnik, Sicherheitsvorschriften nach VDE, grundlegende Mess- und Prüftechnik. Ab dem zweiten Lehrjahr beginnt die fachrichtungsspezifische Vertiefung.

Berufsschule findet je nach Bundesland und Kammerbezirk ein- bis zweimal wöchentlich oder als Blockunterricht statt, den Rest der Zeit verbringt man im Ausbildungsbetrieb.

Wer mit mittlerer Reife gute Leistungen zeigt, kann die Ausbildung auf 3 Jahre verkürzen. Mit Abitur und entsprechender Absprache mit Betrieb und Kammer ist teils sogar eine Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich.

Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr

Die Höhe der Vergütung hängt stark davon ab, ob der Ausbildungsbetrieb dem klassischen Elektrohandwerk oder der Metall- und Elektroindustrie zugeordnet ist – und von der Tarifbindung.

Im Elektrohandwerk gilt laut Tarifvertrag (Stand November 2025):

    1. Lehrjahr: 910 €
    1. Lehrjahr: 960 €
    1. Lehrjahr: 1.010 €
    1. Lehrjahr: 1.060 €

In der Metall- und Elektroindustrie (IG-Metall-Tarifgebiet), wo vor allem Betriebstechnik- und Automatisierungstechnik-Azubis ausgebildet werden, liegen die Sätze spürbar höher. Nach dem IG-Metall-Tarifabschluss steigen die Ausbildungsvergütungen zum 1. April 2026 um weitere 3,1 Prozent. In Baden-Württemberg etwa liegen die tariflichen Sätze bei rund 1.306 € im ersten und rund 1.560 € im vierten Lehrjahr – deutlich über dem Handwerkstarif.

Nicht tarifgebundene Betriebe können weniger zahlen. Wer bei der Ausbildungsplatzsuche Wert auf ein höheres Gehalt legt, sollte gezielt nach Tarifbindung und Branche (Handwerk vs. Industrie) fragen.

Voraussetzungen

Formal genügt für alle vier Fachrichtungen ein Hauptschulabschluss. In der Praxis bevorzugen viele Betriebe – besonders in der Industrie bei Betriebstechnik und Automatisierungs- und Systemtechnik – Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur. Wichtiger als Schulnoten sind für die Ausbildungsbetriebe meist:

  • Technisches Verständnis, vor allem in Physik und Mathematik
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt, besonders bei Geräte und Systeme sowie Energie- und Gebäudetechnik
  • Interesse an Logik und Programmierung, besonders bei Automatisierungs- und Systemtechnik
  • Bereitschaft zu körperlicher Arbeit, insbesondere in der Energie- und Gebäudetechnik mit viel Baustelleneinsatz

Ein Praktikum vor Ausbildungsbeginn ist bei den meisten Betrieben möglich und hilft, die richtige Fachrichtung realistisch einzuschätzen, bevor man sich festlegt.

Was in der Berufsschule vermittelt wird

Neben den fachrichtungsübergreifenden Grundlagen – Elektrotechnik, VDE-Vorschriften, Schaltpläne lesen und zeichnen, Messtechnik – kommen ab dem zweiten Lehrjahr fachrichtungsspezifische Inhalte hinzu. Für Energie- und Gebäudetechnik etwa Photovoltaik und Gebäudeautomation, für Automatisierungs- und Systemtechnik SPS-Programmierung und Steuerungstechnik, für Geräte und Systeme Gerätefertigung und Qualitätssicherung.

Fachrichtung wechseln oder falsch gewählt?

Wer im Lauf der Ausbildung merkt, dass die gewählte Fachrichtung nicht passt, hat es nicht leicht, aber auch nicht unmöglich: Ein Wechsel ist am ehesten am Ende des ersten Lehrjahres sinnvoll, wenn die fachrichtungsspezifische Vertiefung noch nicht begonnen hat. Später bedeutet ein Wechsel in der Regel einen neuen Ausbildungsvertrag und Zeitverlust. Deshalb lohnt sich vor Ausbildungsbeginn ein ehrliches Praktikum in der favorisierten Fachrichtung.

Übernahme und Perspektiven

Der Fachkräftemangel im Elektrohandwerk und in der Elektroindustrie sorgt branchenweit für hohe Übernahmequoten nach der Gesellenprüfung. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat in der Regel keine langwierige Jobsuche vor sich – unabhängig von der gewählten Fachrichtung, wenn auch mit unterschiedlicher Nachfrageintensität je nach Region und Branche.

Alle Zahlen zum Gehalt nach der Ausbildung – nach Fachrichtung, Region und mit Meisterbrief – gibt es im Artikel Elektroniker-Gehalt. Den Gesamtüberblick über den Beruf bietet der Hub Elektroniker – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Nach der Ausbildung geht's weiter

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche stehen die Türen offen: Berufserfahrung sammeln, direkt den Meisterkurs beginnen oder in eine andere Fachrichtung hineinschnuppern, etwa durch einen Wechsel vom Handwerksbetrieb in die Industrie. Wer während der Ausbildung merkt, dass ihm die Arbeit liegt, aber die Bezahlung im Handwerksbetrieb überschaubar bleibt, findet in der Industrie oft bessere Konditionen bei ähnlicher fachlicher Ausrichtung.

Für alle, die neben Ausbildung und erstem Job auch das Privatleben nicht vergessen wollen: Handwerksingles.de kennt die Welt der Azubis gut. Im Artikel Azubi-Dating im Handwerk geht es darum, wie man auch während der Ausbildung Beziehungen aufbaut.

Datenbasis: Ausbildungsdauer und Fachrichtungen nach der Elektronikerausbildungsverordnung (ElekAusbV 2021). Ausbildungsvergütung Elektrohandwerk: Tarifvertrag Stand November 2025; Metall- und Elektroindustrie: IG-Metall-Entgelttabelle Baden-Württemberg 2026 (rund 1.306 € bis 1.560 €), Erhöhung um 3,1 % zum 1. April 2026.

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Das Wichtigste

  • Ein Beruf, vier Wege: Wer sich für die Elektroniker-Ausbildung entscheidet, wählt zugleich eine von vier Fachrichtungen – das erste Lehrjahr ist für alle gleich, ab dem zweiten trennt sich der Weg.
  • Industrie zahlt Azubis mehr: Der IG-Metall-Tarif liegt mit rund 1.306 € im ersten Lehrjahr deutlich über dem Elektrohandwerks-Tarif (910 €) – die Branche des Betriebs macht beim Azubi-Gehalt viel aus.
  • Vorher reinschnuppern: Ein Praktikum in der Wunsch-Fachrichtung verhindert den teuren Fachrichtungswechsel mitten in der Ausbildung.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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