Elektroniker – vier Berufe unter einem Namen
Wer „Elektroniker" hört, denkt meistens an jemanden, der Steckdosen setzt und Kabel verlegt. Das trifft auf eine der vier Fachrichtungen zu, aber eben nur auf eine. Elektroniker ist ein Ausbildungsberuf mit vier klar getrennten Spezialisierungen, die sich in Tätigkeit, Arbeitsumfeld und Verdienst spürbar unterscheiden. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte wissen, was ihn in der jeweiligen Fachrichtung wirklich erwartet – nicht nur den Sammelbegriff.
Zur Abgrenzung: Der Begriff Elektriker ist umgangssprachlich und bezeichnet historisch das, was heute die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik ist. Bis 2003 hieß dieser Ausbildungsberuf tatsächlich noch Elektroinstallateur beziehungsweise Elektriker. Mit der Neuordnung der Elektroberufe wurde daraus eine von mehreren Elektroniker-Fachrichtungen. Wer speziell zu diesem Berufsbild mehr wissen will, findet das im Artikel Elektriker.
Die vier Fachrichtungen im Überblick
Energie- und Gebäudetechnik ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Fachrichtung. Wer hier arbeitet, installiert elektrische Anlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden: Verteilerkästen, Beleuchtung, zunehmend auch Photovoltaikanlagen, Wallboxen für E-Autos und Smart-Home-Systeme. Der Arbeitsplatz ist die Baustelle, der Kundenkontakt gehört zum Alltag dazu.
Betriebstechnik spielt sich dagegen fast ausschließlich in der Industrie ab. Hier geht es um Wartung und Instandhaltung von Maschinen, Schaltanlagen und Produktionslinien. Fällt eine Anlage aus, ist der Betriebstechnik-Elektroniker gefragt, sie schnell wieder zum Laufen zu bringen. Der Job ist planbarer als auf der Baustelle, oft im Schichtsystem, dafür mit stabilerem Arbeitsumfeld.
Geräte und Systeme dreht sich um die Fertigung, Prüfung und Instandhaltung elektronischer Geräte – von Haushaltsgeräten über Kommunikationstechnik bis zu Medizintechnik. Wer hier lernt, arbeitet oft in Werkstätten oder an Fertigungslinien, häufig mit filigraneren Bauteilen als in den anderen Fachrichtungen.
Automatisierungs- und Systemtechnik (bis zur Neuordnung 2021 schlicht „Automatisierungstechnik" genannt) ist die Fachrichtung für alle, die Steuerungstechnik und Programmierung interessiert. Hier werden komplexe, rechnergesteuerte Industrieanlagen eingerichtet, programmiert und optimiert. SPS-Kenntnisse (speicherprogrammierbare Steuerungen) sind hier zentral – wer sie mitbringt, ist in der Industrie besonders gefragt.
Daneben gibt es mit dem IT-System-Elektroniker einen eng verwandten, aber eigenständigen dreijährigen Ausbildungsberuf: Er verbindet Elektrotechnik mit IT-Systemen, Netzwerktechnik und Sicherheitstechnik und wird nicht über die Elektroniker-Verordnung, sondern als eigener IT-Beruf geregelt.







