Wer eine Ausbildung zur Friseurin oder zum Friseur beginnt, wählt einen Beruf mit echtem Handwerksanspruch. Drei Jahre lang verbinden sich Chemie, Ästhetik, Kundenpsychologie und manuelle Präzision zu einer Ausbildung, die mehr fordert, als viele erwarten – und mehr gibt, als der Ruf vermuten lässt.
Was man in der Ausbildung lernt
Die duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Der Salon-Anteil ist dabei der größere: Azubis arbeiten von Beginn an unter Anleitung am Kunden, übernehmen mit zunehmender Erfahrung mehr Eigenverantwortung.
Erstes Lehrjahr: Grundlagen stehen im Vordergrund. Haarstruktur und -biologie (Aufbau der Haarfaser, Haartypen, Kopfhautpflege), erste Schnitttechniken, Hygienevorschriften und Werkzeugpflege. Dazu Basiswissen in Frisurenkunde und Kundenkommunikation.
Zweites Lehrjahr: Die Ausbildung wird konkreter. Colorationsverfahren, Farbenlehre, Töne und Blondiertechniken kommen hinzu. Schnitte werden sicherer, das Beraten am Kunden selbstständiger. Einige Betriebe setzen Azubis im zweiten Jahr bereits vollständig für einfachere Schnitte ein.
Drittes Lehrjahr: Chemische Umformung (Dauerwelle, Glättung), anspruchsvollere Colorationstechniken, Hochsteck- und Gesellenstück-Vorbereitung. Die Abschlussprüfung (Gesellenprüfung) findet am Ende des dritten Jahres statt.
In der Berufsschule werden die theoretischen Grundlagen vertieft: Farbenlehre, Haarchemie, Anatomie der Haut, Hygienevorschriften, Kalkulation und Kommunikation im Kundengespräch.
Ausbildungsvergütung 2026: Lehrjahr für Lehrjahr
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung (MiAV) legt die Untergrenze fest. Für Ausbildungsverträge, die ab 2026 beginnen, gelten laut Bundesgesetzblatt:
| Lehrjahr | Monatliche Vergütung (Minimum, brutto) |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 € |
| 2. Lehrjahr | 854 € |
| 3. Lehrjahr | 977 € |
Betriebe ohne Tarifbindung dürfen diese Beträge nicht unterschreiten. Tarifgebundene Salons und größere Ketten zahlen oft mehr – teilweise deutlich. Wer bei der Betriebswahl nach Tarifbindung fragt, ist auf der sicheren Seite.
In manchen Bundesländern (besonders Baden-Württemberg) gibt es regionale Tarifverträge im Friseurhandwerk, die über den Mindestwerten liegen.







