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Junge Friseurin-Auszubildende übt Schneidetechnik an einer Übungsperücke in der Berufsschule
handwerksberufe2026-06-12

Friseur-Ausbildung 2026: Dauer, Inhalte & Vergütung

Die Ausbildung zur Friseurin oder zum Friseur dauert 3 Jahre und verbindet kreatives Handwerk mit Chemie, Beratung und Kundenführung. Alle Fakten zu Vergütung, Inhalten und Chancen danach.

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Wie lange dauert die Ausbildung zur Friseurin oder zum Friseur?

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Bei guten Leistungen und mittlerer Reife ist eine Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich. Die Ausbildung findet im Salon und in der Berufsschule statt.

Wer eine Ausbildung zur Friseurin oder zum Friseur beginnt, wählt einen Beruf mit echtem Handwerksanspruch. Drei Jahre lang verbinden sich Chemie, Ästhetik, Kundenpsychologie und manuelle Präzision zu einer Ausbildung, die mehr fordert, als viele erwarten – und mehr gibt, als der Ruf vermuten lässt.

Was man in der Ausbildung lernt

Die duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Der Salon-Anteil ist dabei der größere: Azubis arbeiten von Beginn an unter Anleitung am Kunden, übernehmen mit zunehmender Erfahrung mehr Eigenverantwortung.

Erstes Lehrjahr: Grundlagen stehen im Vordergrund. Haarstruktur und -biologie (Aufbau der Haarfaser, Haartypen, Kopfhautpflege), erste Schnitttechniken, Hygienevorschriften und Werkzeugpflege. Dazu Basiswissen in Frisurenkunde und Kundenkommunikation.

Zweites Lehrjahr: Die Ausbildung wird konkreter. Colorationsverfahren, Farbenlehre, Töne und Blondiertechniken kommen hinzu. Schnitte werden sicherer, das Beraten am Kunden selbstständiger. Einige Betriebe setzen Azubis im zweiten Jahr bereits vollständig für einfachere Schnitte ein.

Drittes Lehrjahr: Chemische Umformung (Dauerwelle, Glättung), anspruchsvollere Colorationstechniken, Hochsteck- und Gesellenstück-Vorbereitung. Die Abschlussprüfung (Gesellenprüfung) findet am Ende des dritten Jahres statt.

In der Berufsschule werden die theoretischen Grundlagen vertieft: Farbenlehre, Haarchemie, Anatomie der Haut, Hygienevorschriften, Kalkulation und Kommunikation im Kundengespräch.

Ausbildungsvergütung 2026: Lehrjahr für Lehrjahr

Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung (MiAV) legt die Untergrenze fest. Für Ausbildungsverträge, die ab 2026 beginnen, gelten laut Bundesgesetzblatt:

LehrjahrMonatliche Vergütung (Minimum, brutto)
1. Lehrjahr724 €
2. Lehrjahr854 €
3. Lehrjahr977 €

Betriebe ohne Tarifbindung dürfen diese Beträge nicht unterschreiten. Tarifgebundene Salons und größere Ketten zahlen oft mehr – teilweise deutlich. Wer bei der Betriebswahl nach Tarifbindung fragt, ist auf der sicheren Seite.

In manchen Bundesländern (besonders Baden-Württemberg) gibt es regionale Tarifverträge im Friseurhandwerk, die über den Mindestwerten liegen.

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Voraussetzungen für die Ausbildung

Formal genügt ein Hauptschulabschluss. Die Realität in Ausbildungsbetrieben sieht meist so aus: Mittlere Reife oder höher ist bevorzugt – nicht wegen der schulischen Leistungen, sondern wegen der Reife und Durchhaltekraft.

Was entscheidend ist:

  • Handwerkliches Geschick und ein Auge für Proportionen
  • Einfühlungsvermögen und Geduld im Kundenkontakt
  • Interesse an Farbe, Ästhetik und aktuellen Trends
  • Bereitschaft, lange auf den Beinen zu sein (der Beruf ist körperlich fordernd)
  • Sorgfalt bei chemischen Behandlungen (Schutz von Haut und Haar)

Ein Praktikum vor Ausbildungsbeginn ist der beste Filter – für beide Seiten.

Ablauf und Dauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Wer mit mittlerer Reife oder Abitur gute Noten im Betrieb und in der Berufsschule vorweist, kann beim Ausbildungsbetrieb eine Verkürzung auf 2,5 Jahre beantragen. Die Entscheidung liegt bei Betrieb und zuständiger Handwerkskammer.

Die Gesellenprüfung besteht aus einem praktischen Teil (Arbeitsauftrag am Modell) und einem theoretischen Teil. Wer besteht, erhält den Gesellenbrief – die Eintrittskarte in das reguläre Berufsleben als Friseurin oder Friseur.

Was nach der Ausbildung kommt

Der Gesellenbrief ist der Anfang. Wer nach der Ausbildung weiterdenkt, hat mehrere Optionen:

Berufserfahrung sammeln: In verschiedenen Salons arbeiten, Techniken ausbauen, Kundenstamm aufbauen. Das erste Gehalt als Gesellin oder Geselle liegt laut aktuellen Branchenwerten 2026 zwischen 2.200 und 2.400 € brutto monatlich.

Meisterkurs: Wer nach 2–3 Jahren Praxis den nächsten Schritt macht, kann die Meisterprüfung ablegen. Der Kurs dauert je nach Modell 1–2 Jahre. Der Meisterbrief ist Pflicht für die Selbstständigkeit und für die Ausbildung von Azubis.

Spezialisierung: Koloristik, Bartpflege, Tricholodie (Haargesundheit), Hochzeitsfrisuren – Zusatzqualifikationen sind im Friseurhandwerk gut vermarktbar und steigern das Gehalt direkt.

Alle Gehaltsdetails nach Erfahrung und Region – mit Tabelle und Gehaltstipps – gibt es im Artikel Friseur-Gehalt. Den vollständigen Berufsüberblick bietet der Hub Friseur – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Ausbildung abgeschlossen – und dann?

Nach dem Gesellenbrief steht die Welt des Friseurhandwerks offen. Wer gut ausgebildet ist, wechselt den Salon, baut ein Spezialgebiet auf oder geht direkt in den Meisterkurs. Einer, der weiß, was er kann, findet seinen Platz.

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Das Wichtigste

  • Vergütung steigt 2026: Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung liegt bei 724/854/977 € je Lehrjahr – ein Wert, den nicht-tarifgebundene Betriebe nicht unterschreiten dürfen.
  • Drei Jahre, viel Praxis: Der größte Teil der Ausbildung findet im Salon statt. Wer früh Verantwortung im Kundenkontakt bekommt, entwickelt schnell eine eigene Handschrift.
  • Gesellenbrief als Startkapital: Im Fachkräftemangel ist die Gesellenprüfung heute fast eine Jobgarantie – die Frage ist nicht ob, sondern in welchem Salon.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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