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Zimmerer montiert Holzrahmenelement mit Kran auf Baustelle, Abendlicht
handwerksberufe2026-06-11

Zimmermann-Gehalt 2026: Was Zimmerer wirklich verdienen

Was verdient ein Zimmerer wirklich? Entgeltatlas-Zahlen, Tariflöhne aus dem Bauhauptgewerbe, regionale Spannen und was Meisterbrief oder Holzbau-Spezialisierung beim Gehalt ausmachen – alle Fakten für 2026.

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Was ist das durchschnittliche Zimmerer-Gehalt in Deutschland?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenbasis 2024) liegt der Median für Zimmerer/Zimmerinnen bei 3.636 € brutto monatlich. Mit Meisterbrief sind 4.436 € im Median und mehr drin – die Spitze liegt bei über 5.000 €.

Wer „zimmermann gehalt" googelt, findet Zahlen zwischen 2.500 € und 6.000 € – alle auf einmal. Was stimmt? Beim Zimmerer-Gehalt zählen drei Dinge: Tarif, Region und Erfahrung. Mit verifizierten Zahlen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und den aktuellen Tarifwerten des Bauhauptgewerbes lässt sich das klar auseinandernehmen.

Entgeltatlas 2024: Was Zimmerer im Median verdienen

Die verlässlichste Basis liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenbasis 2024). Für den Beruf Zimmerer/Zimmerin gilt:

EinkommensstufeBrutto monatlich
Unteres Quartil (25 %)3.190 €
Median3.636 €
Oberes Quartil (75 %)4.100 €

Das bedeutet: Die Hälfte aller Zimmerer in Deutschland verdient mehr als 3.636 €, die andere Hälfte weniger. Wer über 4.100 € liegt, gehört bereits zum oberen Viertel der Branche.

Zum Vergleich: Zimmerermeister und Bachelor Professional im Zimmerer-Handwerk kommen laut demselben Entgeltatlas auf einen Median von 4.436 € (unteres Quartil: 3.737 €, oberes Quartil: 5.278 €).

Tariflohn 2026: Was der Tarifvertrag festlegt

Das Bauhauptgewerbe hat einen Entgelt-Tarifvertrag mit Laufzeit von April 2024 bis März 2027 (IG BAU / Zentralverband Deutsches Baugewerbe). Ab 1. April 2026 steigen alle Lohngruppen im Westen um 3,9 %. Gleichzeitig werden die Ost-Tariflöhne vollständig auf West-Niveau angeglichen – eine historische Erstmaßnahme nach über drei Jahrzehnten.

Konkrete Werte ab April 2026 (West):

LohngruppeStundenlohn (ohne Bauzuschlag)
LG 1 – Werker (ungelernt)15,86 €
LG 2 – Fachwerker (Gesellenbrief)17,34 €
LG 4 – Ecklohn Facharbeiter24,60 €
LG 4 – Gesamttarifstundenlohn (inkl. 5,9 % Bauzuschlag)26,05 €

Zimmerergesellen mit Gesellenbrief werden in der Praxis je nach Betrieb und Qualifikation zwischen LG 2 und LG 4 eingruppiert. Wer den Ecklohn (LG 4) erhält und Vollzeit arbeitet, kommt auf einen Monatslohn von rund 3.900 bis 4.200 € brutto – je nach geleisteten Stunden und Zuschlägen.

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Einstiegsgehalt: Was nach der Ausbildung realistisch ist

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche starten Zimmerer bundesweit im Schnitt mit rund 2.800 bis 3.300 € brutto im Monat. In tarifgebundenen Betrieben Bayerns oder Baden-Württembergs sind 3.200–3.400 € als Einstieg üblich. Kleinere Handwerksbetriebe und ländliche Regionen zahlen oft weniger.

Nach drei bis fünf Jahren Berufserfahrung ist ein Gehalt von 3.600 bis 4.100 € realistisch – sofern Einsatzbereitschaft auf der Baustelle und technisches Know-how zusammenkommen.

Wer direkt nach der Ausbildung als Vorarbeiter oder auf anspruchsvolleren Holzbauprojekten eingesetzt wird, kann diesen Sprung schneller schaffen. Alle Details zum Berufseinstieg und zur Ausbildung erklärt der Artikel Zimmermann-Ausbildung.

Regionale Unterschiede: Bis zu 900 € Abstand

Die geografische Karte des Zimmerer-Gehalts ist deutlich. Laut aktuellen Marktdaten gilt für Einstiegsgehälter (Geselle):

Spitzenregionen:

  • Bayern: ~3.200–3.400 € brutto
  • Baden-Württemberg: ähnliche Werte

Mittelfeld:

  • Nordrhein-Westfalen: ~3.310 €
  • Hamburg, Hessen: 3.000–3.300 €

Schlusslicht (vor Angleichung):

  • Sachsen: ~2.540 €
  • Sachsen-Anhalt, Thüringen: ähnlich niedrig

Die Spanne zwischen Sachsen und Bayern beträgt damit bis zu 900 € monatlich – auf ein Jahr gerechnet fast 10.800 € brutto. Mit der Ost-West-Tariflohn-Angleichung ab April 2026 wird dieser Abstand zumindest bei tarifgebundenen Betrieben kleiner. In der Praxis hängt das Gehalt aber immer noch stark von Betriebsgröße und Tarifbindung ab.

Montage-Zuschläge und Auslöse

Zimmerer arbeiten oft auf wechselnden Baustellen, teils weit vom Wohnort entfernt. Dafür gibt es im Bauhauptgewerbe tarifliche Auslöseregelungen:

  • Auslöse bei auswärtiger Montage: Je nach Entfernung und Tarifgebiet steht Zimmerern eine Fahrtkostenpauschale und eine Auslöse zu, die steuerfrei ausgezahlt werden kann
  • Überstunden- und Samstagsarbeit werden tariflich mit Zuschlägen vergütet
  • Wer häufig auf Montage geht, kann sein Jahres-Nettoeinkommen durch die steuerfreien Aufwandsentschädigungen spürbar verbessern

Das macht die Montagebereitschaft zu einem realen Gehaltstreiber – wer flexibel ist, netto mehr nach Hause bringt.

Holzbau-Boom: Warum Zimmerer jetzt besser verdienen

Die Nachfrage nach Holzbau-Spezialisten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Gründe: Klimaschutzauflagen, energieeffizientes Bauen, Aufstockungen von Bestandsgebäuden und Passivhaus-Projekte. Betriebe, die auf Holzrahmenbau oder nachhaltiges Bauen spezialisiert sind, zahlen für erfahrene Zimmerer teils 200 bis 400 € mehr als klassische Rohbaubetriebe – und suchen dringend Fachkräfte.

Wer Zusatzkenntnisse in BIM-gestützter Holzbauplanung, Passivhaus-Konstruktion oder Aufstockungsprojekten vorweisen kann, verhandelt von einer deutlich besseren Ausgangsposition. Die Holzbau-Spezialisierung wirkt sich damit auch ohne Meisterbrief direkt auf das Gehalt aus.

Meisterbrief und Polier: Der große Gehaltssprung

Wer den Meisterbrief im Zimmererhandwerk macht, verlässt den Gesellen-Gehaltsbereich dauerhaft. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median für Zimmerermeister bei 4.436 € brutto monatlich. Das obere Quartil beginnt bei 5.278 €.

Als Polier auf der Baustelle – Führungsverantwortung ohne Meisterbrief – sind Gehälter von 4.000 bis 4.800 € üblich. Wer sich selbstständig macht und einen Betrieb führt, kann deutlich mehr verdienen, trägt aber auch das unternehmerische Risiko.

Den Gesamtüberblick zum Beruf – Tätigkeiten, Spezialisierungen, Karrierewege – gibt es im Hub Zimmermann – Beruf, Ausbildung und Karriere.

Gut verdienen und das Richtige dabei sein

Zimmerer gehören zu den Handwerksberufen, die in den nächsten Jahren weiter im Wert steigen – der Holzbau-Boom macht sie unverzichtbar. Wer handwerklich arbeitet, draußen ist und sieht, was er baut, hat im Privatleben oft genauso gute Karten.

Handwerksingles.de weiß: Handwerker sind gefragte Partner. Warum das so ist und was dahintersteckt, erklärt der Artikel Warum Handwerker gute Partner sind.

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Das Wichtigste

  • Tariferhöhung 2026 kommt allen zugute: Ab April 2026 steigen die Löhne im Bauhauptgewerbe um 3,9 % – und erstmals gilt der West-Tariflohn auch in Ostdeutschland. Wer bisher im Osten arbeitete, profitiert besonders deutlich.
  • Regionale Spanne bis 900 €: Bayern und Baden-Württemberg zahlen deutlich mehr als ostdeutsche Bundesländer. Wer flexibel ist, kann allein durch den Wohnortwechsel mehrere Hundert Euro monatlich hinzugewinnen.
  • Holzbau-Boom als Gehaltstreiber: Zimmerer mit Erfahrung im Holzrahmenbau oder nachhaltigen Bauprojekten sind knapp und gut bezahlt – die Spezialisierung lohnt sich auch ohne Meisterbrief.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

Zimmermann — Ausbildung, Gehalt & Walz

Berufsbild Zimmermann: Ausbildung, Gehalt, Wanderjahre auf der Walz — und die Partnersuche zwischen Baustelle und Tradition.

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