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Auszubildender Zimmerer auf Dachstuhl beim Abbund, Holzbalken und Sparren im Vordergrund, blauer Himmel im Hintergrund
handwerksberufe2026-06-11

Zimmerer-Ausbildung 2026: Dauer, Inhalte & Vergütung

Zimmerer ausbildung 2026: 3 Jahre duales Lernen, tarifliche Vergütung bis 1.610 € im dritten Lehrjahr und ein Holzbau-Boom als Rückenwind. Alle Fakten zu Dauer, Stufenausbildung und Chancen.

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Wie lange dauert die Zimmerer-Ausbildung?

Die duale Ausbildung zum Zimmerer dauert 3 Jahre. Sie ist als Stufenausbildung aufgebaut: Nach dem zweiten Lehrjahr kann ein Abschluss als Ausbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Zimmererarbeiten erreicht werden. Der vollständige Gesellenbrief folgt am Ende des dritten Jahres.

Zimmerer zu werden bedeutet, mit dem ältesten Baumaterial der Welt zu arbeiten – und gerade deshalb ist der Beruf aktueller denn je. Klimawende, Ressourcenbewusstsein und der wachsende Trend zum mehrgeschossigen Holzbau sorgen dafür, dass gut ausgebildete Zimmerer nach dem Gesellenbrief kaum lange suchen müssen. Die Zimmermann-Ausbildung dauert drei Jahre, zahlt tariflich mehr als die meisten anderen Handwerksberufe und steckt voller Tradition. Hier stehen die wichtigsten Fakten.

Zimmerer oder Zimmermann – was ist der richtige Begriff?

Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Zimmerer/Zimmerin. Der Begriff „Zimmermann" ist die ältere, umgangssprachlich verbreitete Variante – beide meinen denselben Beruf. Die Zimmerer-Ausbildung ist bundesweit geregelt, im Rahmen der Ausbildungsordnung für Berufe der Bauwirtschaft. Wer nach Zimmermann ausbildung sucht, landet beim selben Abschluss.

Stufenausbildung Bau: Flexibler Einstieg

Die Zimmerer-Ausbildung ist als zweistufige Ausbildung aufgebaut, ein Merkmal der gesamten Bauwirtschaft:

  • Stufe 1 (2 Jahre): Alle Azubis in Bauberufen lernen gemeinsam die Grundlagen – Werkzeugkunde, Sicherheitsvorschriften, Baustoffe, Vermessung. Am Ende der zweiten Jahres kann eine Prüfung zum Ausbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Zimmererarbeiten abgelegt werden. Das ist ein eigenständiger Berufsabschluss.
  • Stufe 2 (1 weiteres Jahr): Wer in die Zimmererlehre weitermacht, spezialisiert sich auf Dachstühle, Holzrahmenbau, Balkenkonstruktionen und Holzverbindungen. Am Ende steht die Gesellenprüfung zum Zimmerer.

Die Gesamtdauer beträgt damit 3 Jahre. Der Abschluss nach Stufe 1 öffnet eine Hintertür: Wer merkt, dass ein anderer Bauberuf besser passt, kann nach zwei Jahren wechseln, ohne von vorn anzufangen.

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Ausbildungsvergütung 2026: Was Zimmerer-Azubis verdienen

Die Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag Bauhauptgewerbe, ausgehandelt zwischen Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Ab April 2026 gelten laut Tarifvertrag bundesweit einheitlich folgende Sätze:

LehrjahrMonatliche Vergütung (brutto)
1. Lehrjahr1.122 €
2. Lehrjahr1.351 €
3. Lehrjahr1.610 €

Das sind keine Mindestsätze am unteren Ende – im Handwerksvergleich liegen Bauazubis damit deutlich über dem Durchschnitt. Viele Betriebe zahlen darüber hinaus Prämien, Fahrtkostenzuschüsse und Werkzeuggelder. Die Sätze entsprechen der Tariferhöhung von rund 3,9 Prozent zum April 2026 (Laufzeit des Tarifvertrags bis März 2027) — erstmals ohne Ost-West-Unterschied.

Alles rund ums Gehalt nach dem Gesellenbrief ist im Artikel Zimmermann Gehalt ausführlich beschrieben.

Was in der Ausbildung gelernt wird

Die Ausbildung findet dual statt: Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab. Dazu kommen überbetriebliche Lehrgänge (ÜLU), die in Berufsbildungszentren der Handwerkskammern stattfinden – besonders in Stufe 2 für Zimmerer-spezifische Inhalte.

Im Betrieb lernen Azubis:

  • Holzverbindungen: Zapfen, Schlitz, Verkämmung, Schwalbenschwanz
  • Dachstuhlkonstruktionen: Pfettendach, Sparrendach, Kehlbalkendach
  • Holzrahmenbau und Fertigteilelemente
  • Aufmaß, Abbund (manuelle und maschinelle Bearbeitung)
  • Sanierung und Instandhaltung von Holzkonstruktionen

In der Berufsschule kommen Bautechnik, Statik-Grundlagen, Zeichnen und allgemeinbildende Fächer dazu. Wer beides ernst nimmt, legt damit den Grundstein für den späteren Meisterkurs.

Holzbau-Boom: Warum der Moment gut ist

Der Zimmerer-Beruf profitiert gerade von einem strukturellen Rückenwind. Laut Holzbau-Deutschland-Lagebericht 2025 wurden allein in den ersten drei Quartalen 2025 über 11.300 Wohngebäude in Holzbauweise genehmigt – rund 1.500 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil von Mehrfamilienhäusern in Holzbauweise ist von 6 Prozent (erstes Halbjahr 2023) auf 7,5 Prozent (erstes Halbjahr 2024) gestiegen, Tendenz weiter steigend.

Der Grund: Holz bindet CO₂, ist nachwachsend und lässt sich schnell und sauber verbauen. Kommunen, Wohnbaugesellschaften und Architekten setzen beim klimagerechten Bauen zunehmend auf mehrgeschossigen Holzbau. Zimmerer mit Kenntnissen in modernen Holzrahmenbau-Techniken und digitalem Abbund sind in diesem Segment besonders gefragt.

Die Walz: Drei Jahre und ein Tag

Kaum ein Handwerksberuf ist so eng mit einer Jahrhunderte alten Tradition verbunden wie der Zimmerer: die Walz, auch Wanderjahre oder Gesellenwanderschaft genannt. Wer auf Wanderschaft geht, reist nach dem Gesellenbrief für exakt 3 Jahre und 1 Tag, arbeitet bei fremden Meistern in anderen Regionen und Ländern – und darf der Heimat dabei nicht näher als 50 Kilometer kommen.

Die Regeln: unverheiratet, schuldenfrei, unter 30 Jahre alt beim Start. Mitgenommen werden darf nur, was in einen Ranzen passt. Die Tracht – schwarze Hose, Weste, Jackett, Stresemann-Hut – ist erkennbar auf Straßen durch ganz Europa.

Schätzungsweise 450 bis 600 Handwerker und Handwerkerinnen sind aktuell auf der Walz. Die Gesellenwanderschaft ist seit 2015 offiziell als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Pflicht ist sie nicht – wer sie macht, bringt aber Erfahrungen mit, die kein Berufsschulbuch liefern kann.

Voraussetzungen und Bewerbung

Formal reicht ein Hauptschulabschluss. In der Praxis bevorzugen viele Zimmereien mittlere Reife – nicht wegen der Noten, sondern weil Mathe und technisches Zeichnen im Berufsalltag täglich gebraucht werden.

Wichtiger als der Abschluss sind:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt
  • Schwindel­freiheit (Dacharbeiten auf mehreren Metern Höhe)
  • Körperliche Belastbarkeit (Holzbalken sind schwer)

Ein Praktikum vor der Bewerbung ist fast überall möglich und sehr empfehlenswert – wer einmal selbst eine Holzverbindung gekerbt hat, weiß schnell, ob der Beruf passt.

Nach dem Gesellenbrief: Was kommt als nächstes?

Die Optionen nach der Zimmerer-Ausbildung sind breit: sofort in den Betrieb einsteigen, in die Industrie wechseln, den Zimmerermeister anstreben oder eine staatlich anerkannte Technikerausbildung beginnen. Wer die Walz macht, kehrt danach meist mit einem anderen Blick auf die eigene Arbeit zurück.

Wer nach Ausbildung und erstem Job auch das Privatleben nicht vernachlässigen will: Handwerksingles.de kennt die Lebenswelt von Zimmerer-Azubis gut. Im Bereich Singles & Partnersuche geht es darum, wie man auch im Berufsalltag auf dem Bau die richtigen Menschen kennenlernt.


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Das Wichtigste

  • Spitzenvergütung im Handwerk: Mit 1.122 € im ersten und 1.610 € im dritten Lehrjahr (Tarifvertrag Bauhauptgewerbe ab April 2026) gehört die Zimmerer-Ausbildung zu den finanziell attraktivsten Handwerkslehren in Deutschland.
  • Holzbau-Boom als Rückenwind: Der Anteil von Mehrfamilienhäusern in Holzbauweise ist von 6 % (2023) auf 7,5 % (2024) gestiegen – Tendenz weiter steigend. Zimmerer mit Kenntnissen im mehrgeschossigen Holzbau sind gefragt wie selten.
  • Stufenausbildung gibt Flexibilität: Der Abschluss als Ausbaufacharbeiter nach zwei Jahren ist ein echtes Sprungbrett – wer weitermacht, hat nach dem Gesellenbrief alle Optionen offen: Meisterkurs, Technikerausbildung oder die Walz.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

Zimmermann — Ausbildung, Gehalt & Walz

Berufsbild Zimmermann: Ausbildung, Gehalt, Wanderjahre auf der Walz — und die Partnersuche zwischen Baustelle und Tradition.

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