Wer Elektriker werden will, wählt einen der sichersten Handwerksberufe überhaupt. Die Ausbildung ist praxisnah, die Vergütung steigt stetig, und nach dem Gesellenbrief wartet auf gut ausgebildete Elektroniker kaum mehr eine lange Jobsuche. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen – denn Fachrichtung, Betriebsgröße und Region beeinflussen die Ausbildung stark.
Ausbildungsberufe im Elektrohandwerk: Was genau wird man?
Der Begriff „Elektriker" ist kein offizieller Ausbildungsberuf. Der korrekte Name lautet Elektroniker/in – ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf mit fünf Fachrichtungen:
- Energie- und Gebäudetechnik: die häufigste Fachrichtung. Elektrische Installationen in Gebäuden, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Gebäudeautomation.
- Betriebstechnik: industriell ausgerichtet. Wartung von Produktionsanlagen, Schaltanlagen, Energieversorgung in Fabriken.
- Automatisierungstechnik: Programmierung und Wartung automatisierter Systeme, SPS-Steuerungen, stark in der Industrie gefragt.
- Geräte und Systeme: Entwicklung, Prüfung und Instandhaltung von Elektrogeräten und Systemen.
- Informations- und Systemtechnik: an der Schnittstelle zu IT und Netzwerktechnik.
Die häufigste Wahl für Handwerksbetriebe ist Energie- und Gebäudetechnik – wer in Richtung Industrie will, schaut sich Betriebstechnik oder Automatisierungstechnik an.
Dauer und Ablauf der Ausbildung
Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Das erste Lehrjahr vermittelt allen Elektroniker-Azubis die gleichen Grundlagen: Elektrotechnik, Schaltungstechnik, Sicherheitsvorschriften nach VDE. Ab dem zweiten Lehrjahr beginnt die fachrichtungsspezifische Vertiefung.
Die Berufsschule findet ein- bis zweimal pro Woche statt, der Rest der Zeit gehört dem Betrieb. In manchen Bundesländern gibt es Blockunterricht statt Wochentage.
Eine Verkürzung auf 3 Jahre ist mit mittlerer Reife bei guten Noten möglich. Wer Abitur mitbringt und im Betrieb überzeugt, kann die Ausbildungsdauer auf 2,5 Jahre reduzieren – der Antrag geht über die zuständige Handwerkskammer.







