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Dachdecker-Azubi auf einem Ziegeldach bei der Arbeit, Ausbildungskleidung, Sonnenschein
handwerksberufe2026-06-10

Dachdecker-Ausbildung: Dauer, Gehalt und Voraussetzungen

Drei Jahre, Schwindelfreiheit und Lust auf Outdoor-Arbeit – das sind die Grundbedingungen der Dachdecker-Ausbildung. Was die Ausbildung kostet, was sie zahlt und wohin sie führt.

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Wie viel verdient man in der Dachdecker-Ausbildung?

Nach aktuellem Tarifvertrag (ab Oktober 2025) gibt es im ersten Lehrjahr 1.050 Euro, im zweiten 1.200 Euro und im dritten 1.460 Euro brutto im Monat. Das ist Tarifminimum – viele Betriebe zahlen freiwillig mehr.

Drei Jahre auf dem Dach – das klingt nach einem Lebensprojekt, ist aber schlicht die Dauer der Dachdecker-Ausbildung. Wer sie abschließt, tritt in einen Beruf ein, der gerade durch den Solar-Boom an Bedeutung gewinnt und auf dem Arbeitsmarkt händeringend nach Nachwuchs sucht.

Voraussetzungen: Was du wirklich brauchst

Ein bestimmtes Abschlusszeugnis verlangt die Handwerksordnung nicht. Die Realität sieht so aus: Die meisten Betriebe stellen Azubis mit Mittelschulabschluss ein, einige nehmen auch Hauptschüler – wenn die anderen Voraussetzungen stimmen.

Und die sind nicht verhandelbar:

Schwindelfreiheit. Das ist keine Floskel. Dachdecker arbeiten täglich in drei bis zwölf Meter Höhe, auf schmalen Gratbrettern, im Wind. Wer oben auf einer Leiter ins Schwitzen kommt, wird in der Ausbildung schnell merken, dass das nicht funktioniert.

Körperliche Belastbarkeit. Ziegelpaletten schleppen, auf Knien arbeiten, stundenlang kauern und wieder aufstehen – der Beruf ist körperlich fordernd. Wer sich nicht bewegen mag, greift besser zu einer anderen Ausbildung.

Wetterfestigkeit. Dachdecker arbeiten bei Sonne, Regen und Herbststurm. Nur bei Frost oder Schneeglatteis auf dem Dach wird es wirklich gefährlich – und dann ruht die Arbeit. Sonst nicht.

Schulische Stärken in Mathematik helfen: Dachflächen berechnen, Materialmengen schätzen, Neigungswinkel bei PV-Anlagen – das Kopfrechnen kommt täglich vor.

Ausbildungsinhalt: Was in drei Jahren gelernt wird

Die Ausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin ist dual: Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab. Dazu kommen überbetriebliche Lehrgänge an Ausbildungszentren der Dachdecker-Innungen, wo schwierigere Techniken in Gruppen geübt werden.

Erstes Lehrjahr: Grundlagen. Materialien kennenlernen, einfache Eindeckarbeiten, Werkzeugumgang, Sicherheitsvorschriften auf dem Dach, Gerüstkunde. Wer noch nie auf einem Dach stand, steht am Ende des ersten Jahres sicher oben.

Zweites Lehrjahr: Vertiefung. Flachdachabdichtung, Wärmedämmung, komplexere Steildachformen, Gaubenschnitte, erste Abdichtungsarbeiten an Durchdringungen. Die Berufsschule behandelt Baustoffe, Physik und Betriebswirtschaft.

Drittes Lehrjahr: Spezialisierung und Vorbereitung auf die Gesellenprüfung. Je nach Betriebsschwerpunkt kommen Blitzschutz, Dachbegrünung, Metalleindeckung oder PV-Montage hinzu. Viele Azubis arbeiten im dritten Jahr schon weitgehend selbstständig.

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Ausbildungsvergütung: Das zahlt der Tarifvertrag

Der Tarifvertrag des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der IG BAU legt die Mindestvergütung fest. Gültig ab Oktober 2025:

LehrjahrMonatliche Vergütung
1. Lehrjahr1.050 Euro brutto
2. Lehrjahr1.200 Euro brutto
3. Lehrjahr1.460 Euro brutto

Das sind Tarifminimum-Werte. Viele Betriebe – besonders in städtischen Regionen oder Betrieben mit hoher PV-Auslastung – zahlen freiwillig darüber. Wer verhandeln will, tut das am besten beim Vorstellungsgespräch.

Hinzu kommen tarifliche Sonderleistungen: ein 13. Monatseinkommen (anteilig nach Betriebszugehörigkeit) und Urlaubsgeld über die SOKA-DACH, die Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks.

Nach der Gesellenprüfung: Karriere im Dachdeckerhandwerk

Die Gesellenprüfung besteht aus schriftlichem Teil (40 %) und praktischem Teil (60 %). Wer besteht, steht am Anfang – nicht am Ende.

Geselle. Ab 2026 gilt der Branchenmindestlohn von 17,60 Euro pro Stunde für Gesellen. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist einen Median-Bruttolohn von 3.611 Euro monatlich aus. Mit Berufserfahrung, Auslösegeld und Überstundenzuschlägen liegt das effektive Einkommen vieler Gesellen höher.

Vorarbeiter. Nach einigen Jahren Praxis übernehmen erfahrene Gesellen Verantwortung auf der Baustelle: Truppe einteilen, Materialbestellungen koordinieren, Qualitätskontrolle. Die Zulage dafür ist betrieblich geregelt, liegt aber meist mehrere hundert Euro über dem Gesellenlohn.

Dachdeckermeister. Der Meisterbrief ist der klassische nächste Schritt – Voraussetzung für die Betriebsführung und Ausbildungsberechtigung. Meister verdienen im Schnitt 4.541 Euro brutto monatlich (Gehaltsportale, Stand Oktober 2025). Die Meistervorbereitung dauert in Vollzeit etwa ein Jahr, in Teilzeit länger.

Betriebsinhaber. Wer einen eigenen Betrieb aufmacht, setzt die Decke selbst. Das Dachdeckerhandwerk ist ein Gewerk, in dem auch Ein-Mann-Betriebe mit guten Auftragsbüchern gut wirtschaften können – zumal bei der aktuellen Solar-Nachfrage.

Warum jetzt eine gute Zeit für den Einstieg ist

Das Dachdeckerhandwerk sucht Nachwuchs. Die Zahl der Auszubildenden reicht nicht aus, um die altersbedingten Abgänge zu ersetzen. Das heißt für Bewerberinnen und Bewerber: Übernahmechancen sind gut, Verhandlungsspielraum beim Lohn ist da, und der Einstieg in die Meistervorbereitung wird von vielen Betrieben finanziell unterstützt.

Wer sich für den Beruf und den Menschen interessiert, der ihn ausübt: Das Berufsbild Dachdecker zeigt den Alltag, den Solar-Boom und die Seite des Berufs, die kein Ausbildungsportal zeigt. Und wer schon als Azubi nicht nur an die Dachfläche, sondern auch ans Leben dahinter denkt: Azubi-Dating im Handwerk zeigt, wie das in der Ausbildungszeit funktionieren kann.

Handwerk mit Gesicht kennt auch Chiara von Monteton – Dachdeckerin, die zeigt, dass der Beruf und persönlicher Stil sich nicht ausschließen.

Was nach der Lehre finanziell drin ist, steht im Detail im Dachdecker-Gehalt 2026: Was Dachdecker wirklich verdienen.

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Das Wichtigste

  • Ausbildungsvergütung ab Oktober 2025: 1.050 / 1.200 / 1.460 Euro je Lehrjahr (Tarifminimum ZVDH/IG BAU).
  • Gesellenlohn ab 2026: mindestens 17,60 Euro/Stunde laut Branchenmindestlohn – Median-Vollzeit 3.611 Euro brutto.
  • Karriereleiter: Geselle → Vorarbeiter → Meister (Ø 4.541 Euro) → Betriebsinhaber.

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Häufige Fragen

Tommy Honold — Autor beim Handwerksingles Magazin

Tommy Honold

Küchenmeister, Gründer & Dating-Experte

Küchenmeister, Marine-Feldkoch, CEO — und seit 2008 der Mann hinter dem grössten Berufs-Dating-Netzwerk im DACH-Raum. Tommy Honold bringt mit gastrosingles.de Köche, Sommeliers, Servicekräfte und Wirte zusammen, die wissen, wie Schichtdienst, Sonntagsservice und der Druck am Pass wirklich wiegen.

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