Wer eine Ausbildung zum Maler und Lackierer sucht, findet 2026 ein Handwerk im Wandel. Energetische Sanierungen, staatliche Förderprogramme und der Rückgang verfügbarer Fachkräfte machen Azubis in diesem Beruf zu begehrten Nachwuchskräften – schon während der Ausbildung, nicht erst danach.
Der offizielle Ausbildungsberuf
Die Ausbildung trägt offiziell den Namen Maler/in und Lackierer/in – ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System mit Bundesrahmenlehrplan und Tarifvertrag. Die Ausbildungsordnung gilt bundesweit einheitlich, die Vergütung richtet sich nach dem jeweils gültigen Tarifvertrag des Maler- und Lackiererhandwerks.
Die drei Fachrichtungen
Das besondere an der Maler-Ausbildung ist die frühe Spezialisierung: Nach einer gemeinsamen Grundstufe im ersten Lehrjahr wählt man im zweiten Jahr eine von drei Fachrichtungen.
Gestaltung und Instandhaltung ist die mit Abstand häufigste Wahl. Sie deckt das breite Spektrum eines klassischen Malerbetriebs ab: Streichen, Tapezieren, Lackieren, Spachteln, Fassadengestaltung und – immer wichtiger – das Anbringen von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Wer hier ausgebildet wird, ist auf Neubau- und Sanierungsbaustellen gleichermaßen einsetzbar.
Bauten- und Korrosionsschutz richtet sich an Azubis, die industrielle oder infrastrukturelle Objekte bevorzugen. Brücken, Stahlkonstruktionen, Kläranlagen, Windkraftanlagen – überall dort, wo Metall dauerhaft vor Rost und Witterung geschützt werden muss, sind diese Spezialisten unersetzlich. Die Arbeit ist körperlich fordernd, wird aber auch entsprechend vergütet.
Kirchenmalerei und Denkmalpflege ist die kleinste, handwerklich aber anspruchsvollste Fachrichtung. Fresken restaurieren, Stuckflächen ausbessern, historische Ornamente rekonstruieren – hier zählen Kunstverstand, Materialkenntnisse und Fingerspitzengefühl in gleichem Maß. Betriebe, die auf Denkmalschutz spezialisiert sind, sind bundesweit rar und entsprechend stark ausgelastet.







