Wer Gerüstbauer werden will, wählt eine Ausbildung, die schnell in den Job führt, besser vergütet als vieles im Handwerk und Nachwuchs dringend sucht. Drei Jahre Lehrzeit, dann direkter Einstieg in einen Beruf mit stabiler Nachfrage – und seit dem Tarifabschluss 2025 auch mit deutlich besserer Vergütung schon während der Ausbildung.
Was man in der Ausbildung lernt
Die duale Ausbildung zum Gerüstbauer/in ist seit 2003 bundesweit einheitlich geregelt. Im Mittelpunkt steht der sachgerechte Aufbau von Arbeits- und Schutzgerüsten – von der Vorbereitung über die Montage bis zur Kontrolle und Demontage.
Wesentliche Ausbildungsinhalte:
- Gerüstsysteme kennen und auswählen (Rahmengerüst, Modulgerüst, Rohrgerüst)
- Gerüstkomponenten montieren, verankern und sichern nach DIN EN 12811
- Statische Grundlagen verstehen – Lastannahmen, Standzeiten, Windlasten
- Materialkunde: Stahl, Aluminium, Holzbelege, Befestigungsmittel
- Arbeitssicherheit und PSA (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz)
- Baustellenlogistik: Material disposition, Transport, Lagerung
Im zweiten und dritten Lehrjahr kommen Spezialthemen hinzu: Industriegerüste, Fassadeneinrüstung für Energiesanierungen, Hängegerüste und fahrbare Arbeitsbühnen.
Dauer und Ablauf: 3 Jahre, kein Umweg
Die Ausbildung dauert 3 Jahre – ein Jahr weniger als viele andere Bauberufe. Das erste Halbjahr legt Grundlagen in Materialkunde, Sicherheitsvorschriften und grundlegendem handwerklichem Können. Ab dem zweiten Lehrjahr steigt die Komplexität: Spezialgerüste, Lastenrechnung und eigenständige Kolonnenarbeit.
Die Berufsschule findet in den meisten Bundesländern als Blockunterricht statt – mehrere Wochen am Stück, dann wieder Betrieb. Das ermöglicht eine intensive Theoriephase ohne ständige Unterbrechung des Arbeitsalltags.
Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist möglich, wenn Schulabschluss und betriebliche Leistungen stimmen. Die Entscheidung liegt bei der zuständigen Handwerkskammer.







