Gebäude einrüsten, Fassaden erschließen, Tribünen für Großveranstaltungen aufbauen – Gerüstbauer leisten in Deutschland Grundlagenarbeit für das gesamte Bauwesen. Ohne sie stehen buchstäblich alle anderen still. Wer diesen Beruf wählt, braucht keine Höhenangst, dafür aber Teamgeist, körperliche Belastbarkeit und handwerkliches Geschick. Die Bezahlung hat sich mit dem neuen Tarifvertrag von 2025 deutlich verbessert.
Was ein Gerüstbauer macht
Gerüstbauer errichten Arbeitsgerüste, Schutzgerüste und fahrbare Arbeitsbühnen für Baustellen, Industrieanlagen und Veranstaltungsorte. Sie arbeiten nicht allein – der typische Einsatz läuft in Kolonnen von drei bis acht Personen. Ein Kolonnenführer koordiniert den Aufbau, die Kollegen tragen, montieren und sichern.
Die Tätigkeiten im Überblick:
- Standortanalyse und Vermessung vor dem Aufbau
- Gerüstkomponenten (Stahlrohre, Rahmen, Belege, Verankerungen) montieren
- Arbeitsgerüste nach DIN EN 12811 und DGUV-Vorschriften sichern
- Fassadengerüste für Sanierungen, Verkleidungen und Neubauten errichten
- Raumgerüste und Hängegerüste in Industriehallen aufbauen
- Gerüste nach Abschluss der Arbeiten fachgerecht demontieren und lagern
Gerüstbauer arbeiten in großer Höhe – typischerweise zwischen 5 und 40 Metern, bei Industrieanlagen auch darüber. Das verlangt neben handwerklichem Können auch psychische Belastbarkeit und körperliche Ausdauer.
Ausbildung: Was auf Azubis wartet
Die duale Ausbildung zum Gerüstbauer dauert 3 Jahre – ein Jahr kürzer als viele andere Bauberufe. Betriebliche Praxis wechselt sich mit Berufsschule ab. Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des Gerüstbaus, Materialkunde, Sicherheitsvorschriften und grundlegendes handwerkliches Können auf dem Programm.
Ab dem zweiten Lehrjahr vertieft sich die Ausbildung: Spezialgerüste, Verankerungstechniken, Lastenberechnung und Fassadenkunde kommen hinzu. Wer auch Schutzgerüste für Dacharbeiten oder Hängegerüste für Industriehallen beherrscht, ist in der Praxis besonders wertvoll.
Alle Ausbildungsdetails – Vergütung, Berufsschule, Voraussetzungen – stehen im Artikel Gerüstbauer-Ausbildung.







