Chiara von Monteton hatte einen Plan. Nach der Schule sollte ein Studium folgen, Bau-Ingenieurwesen, solider Weg, gutes Gehalt. Sie saß in den Vorlesungen — und merkte irgendwann, dass sie mittags mehr Lust hatte, mit ihrem Vater auf die Baustelle zu fahren als auf den nächsten Kurs zu warten. Was dann kam, war konsequent: Sie brach das Studium ab und fing von vorne an.
Lehre statt Hörsaal
Der väterliche Betrieb Dachdeckerei Monteton in Bochum wurde ihr Klassenzimmer. Chiara von Monteton lernte das Handwerk von Grund auf — Gesellenprüfung, dann Meisterprüfung an der Ausbildungsstätte Eslohe in Westfalen. Heute arbeitet sie gemeinsam mit Bruder Luca und Vater Ingo im Familienbetrieb, den die Geschwister später gemeinsam übernehmen werden.
Was sie auf den Dächern des Ruhrgebiets macht, ist körperlich fordernd. Steigungen, Wind, schweres Material, im Winter minus fünf Grad auf dem First. Dafür ist der Blick über Bochum an guten Tagen schwer zu toppen. "Lieber obenauf als drin", sagt sie sinngemäß — und meint das ernst.
Wer mehr über den Einstieg in den Dachdeckerberuf erfahren will: Ausbildungsdauer, Gehalt, Karrierewege — alles dort kompakt zusammengefasst.
186.000 Follower auf echtem Baustellenalltag
Parallel zur Arbeit auf dem Dach baute Chiara von Monteton ihren Instagram-Kanal @dachdeckerin_chiara auf. Das Konzept ist radikal einfach: nur Arbeit, kein Privatleben. Keine Urlaubs-Selfies, keine Partyfotos, keine Kooperationen, die nicht zum Handwerk passen. Was die Follower sehen, ist echter Alltag — wie eine Anschlussreihe aussieht, was passiert, wenn im November der erste Schnee aufs Dach trifft, wie man Kollegen auf engen Dachflächen koordiniert.
Über 186.000 Menschen folgen diesem Kanal (Stand 2024/2025). Das ist kein Lifestyle-Publikum — das sind Menschen, die wissen wollen, wie Handwerk wirklich aussieht. Hersteller der Dachdeckerbranche setzen sie deshalb als Markenbotschafterin ein, wie das Fachmagazin dach.live berichtet.
Seit Oktober 2023 produziert sie außerdem gemeinsam mit der bayerischen Zimmerin Mara Pischl den Podcast «Baustellen-Beichten» — zwölf Wochen bis zur ersten Folge, seitdem alle zwei Wochen auf Spotify und Apple Podcasts.

