Frankfurt ist für viele das Symbol der deutschen Finanzwelt — Hochhäuser, EZB, Banken. Aber für rund 32.500 Handwerksbetriebe und ihre ca. 154.200 Beschäftigten ist Frankfurt-Rhein-Main etwas ganz anderes: das Zentrum einer der wirtschaftlich stärksten Handwerkszonen Deutschlands. Wer die Fassaden dieser Hochhäuser in Stand hält, die Leitungen in den Bürgerblöcken überprüft, die Fenster der Altstadthäuser neu abdichtet — das ist das Handwerk der Rhein-Main-Region.
Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main entstand 1979 durch die Fusion der Handwerkskammern Darmstadt und Frankfurt und betreut seither eine Region, die von Frankfurt über Offenbach und Darmstadt bis in den Odenwald reicht. Etwa 9.000 Auszubildende lernen hier gerade ihr Handwerk — eine ganze Generation, die in wenigen Jahren den Betrieb der Region am Laufen hält.
Bockenheimer Landstraße: Mitten im Frankfurter Westend
Der Hauptsitz der Kammer liegt im Frankfurter Westend, Bockenheimer Landstraße 21. Die Adresse ist kein Zufall: Das Westend ist eines der etabliertesten Viertel der Stadt, und die Kammer zeigt damit, dass das Handwerk in Frankfurt keine Randnotiz ist. Eine Zweigstelle in Darmstadt, Fritz-Bauer-Straße 1, sorgt dafür, dass der südliche Teil des Kammerbezirks nicht vergessen wird.
Rund 5.200 Beratungsgespräche führt die Kammer jährlich — für Existenzgründungen, Betriebsnachfolgen, EU-Fragen und vieles mehr. Diese Zahl zeigt, wie aktiv die Kammer als Anlaufstelle genutzt wird. Wer für eine Beratung kommt, teilt das Wartezimmer mit Betriebsinhabern und angehenden Meistern aus der ganzen Region.
Drei Bildungs- und Technologiezentren
Besonders auffällig ist das Netz der Bildungseinrichtungen. Drei Bildungs- und Technologiezentren betreibt die Kammer: in Frankfurt, in Weiterstadt bei Darmstadt und in Bensheim am Rande des Odenwalds. Damit ist die gesamte Ausdehnung des Kammerbezirks abgedeckt — vom Hochhaus-Frankfurt bis zur kleinstädtischen Handwerksszene im Bergstraßen-Kreis.
Jährlich rund 1.000 neue Meisterinnen und Meister entstehen in diesen Zentren. Wer seinen Meisterkurs in Weiterstadt oder Bensheim macht, trifft Menschen aus Frankfurt, dem Hochtaunuskreis und dem Odenwald — eine Mischung, die ohne diesen Kurskontext nie entstehen würde. Und die Intensität der Kurse sorgt dafür, dass aus diesen Zufallsbekanntschaften echte Verbindungen werden können.

