Zum Inhalt springen
Handwerksingles MagazinHandwerksingles Magazin
Von ·
Paar um die 40 lacht beim Grillabend im Garten einer Ruhrgebiets-Reihenhaussiedlung, Lichterkette

Sabrina & Markus

Ruhrgebiet

Sabrina & Markus: Zwei Schichten, ein Herz

Sabrina & Markus

Ruhrgebiet

Wenn der Feierabend um halb drei kommt

Sabrina kennt das Gefühl, das die meisten nicht kennen: Die Straße ist noch leer, wenn sie morgens losfährt. Die Kantine hat noch kein Frühstück auf dem Tresen. Und wenn die Kollegen am Abend ins Kino gehen, sitzt sie schon im Schlafanzug auf dem Sofa.

„Ich hab Frühschicht in einem Industriebetrieb in Bochum", sagt die 39-jährige Elektrikerin. „Das klingt erstmal nicht wie das romantischste Leben — aber ich liebe meinen Job. Das Problem war nur: Die allermeisten Männer, die ich kennenlernte, haben überhaupt nicht verstanden, warum ich um 21 Uhr einschlafe."

Markus, 42, KFZ-Mechatroniker in einer freien Werkstatt in Herne, hatte dasselbe Problem — gespiegelt. Er arbeitet je nach Auftragslage manchmal bis 19 Uhr, hat dafür aber freie Vormittage wenn der Laden ruhig ist. Sein letztes Tinder-Date hatte ihn nach dem dritten Abend gefragt, ob er „nicht mal pünktlich sein könnte".

„Pünktlich. Ich war pünktlich. Das Getriebe war nicht pünktlich fertig", sagt er trocken und lacht.

Der erste Kontakt — übers Profilbild

Sabrina war seit drei Monaten auf handwerksingles.de registriert, eher halbherzig. „Ich dachte: Mal schauen. Erwartet hab ich nichts." Dann stieß sie auf Markus' Profil. Kein Filterfoto, kein Strandbild. Er stand vor einer aufgebockten VW Transporter-Karosserie, Schutzbrille im Haar, Kaffeebecher in der Hand.

„Ich hab geschrieben: Schöner Bus. Und er hat zurückgeschrieben: Der Kaffee war leider kalt."

Drei Stunden später chatteten sie noch. Über Schichtpläne, über das Ruhrgebiet, über die Frage, ob man als Elektrikerin eigentlich selbst den Sicherungskasten zu Hause tauscht. (Sie tut es. Er fand das gut.)

Erstes Date: Zwischen Abgasen und Grillduft

Das erste Treffen war ein Samstagnachmittag im Mai — bewusst gewählt, weil Sabrina ausnahmsweise Spätschicht hatte und Markus die Werkstatt um 14 Uhr zumachen konnte. Sie trafen sich in einem Gartenlokal in Recklinghausen.

„Er kam direkt von der Arbeit. Hatte noch Fett unter einem Fingernagel. Ich fand das ehrlich gesagt sympathisch", sagt Sabrina. „Kein Mensch, der sich drei Stunden lang zurechtgemacht hat — einfach er."

Markus erinnert sich an ein Detail, das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht: „Sie hat beim Bestellen gefragt, ob das Kabel-Rouleau da drüben korrekt geerdet ist. Ich hab nachgeschaut — war es nicht. Wir haben dann beide kurz gelacht und gemerkt: Okay, das hier ist anders."

Schicht kennt keine Romantik — oder doch?

In den ersten Monaten war die Logistik das eigentliche Thema. Sabrina schläft, wenn Markus noch bei einer Inspektion knie. Markus arbeitet samstags, wenn Sabrina frei hat. Sie lösten es pragmatisch: geteilter Online-Kalender, klare Ansagen statt Rätselraten.

„Wir haben früh gelernt, miteinander zu reden statt übereinander", sagt Markus. „Wenn ich sage 'heute komm ich nicht vor acht', dann ist das keine Ausrede. Das ist einfach, was die Arbeit gerade fordert."

Sabrina nickt. „Und umgekehrt: Er beschwert sich nicht, wenn mein Handy um neun abends stumm ist. Wir respektieren, was der Job von uns verlangt — weil wir beide wissen, wie das ist."

Seit acht Monaten sind die beiden zusammen. Ein gemeinsames Wochenende pro Monat verbringen sie in einem kleinen Ferienhaus im Sauerland — ohne Handy, ohne Werkzeugkoffer.

Fast ohne.

„Er hatte beim letzten Mal seine Ratsche dabei. Nur für den Fall", sagt Sabrina. Sie klingt dabei nicht genervt. Eher stolz.

Wer ähnliche Geschichten sucht oder selbst mal schauen will, was die Plattform für Handwerker und verwandte Berufe bietet: Im Partnersuche-Guide für Handwerker stehen konkrete Tipps, wie man ein Profil aufbaut, das zu einem passt — ohne Hochglanzfoto-Pflicht.